Archiv der Kategorie: empire of dirt

Liebes Jahr 2014…

…es reicht mit deinen schlechten Nachrichten.

Ganz ehrlich? Du kannst mich mal. Ich hab keine Lust mehr und eine Kraftreserven gehen zur Neige. Such dir doch jemand anderen, dem du immer wieder in den Arsch treten kannst. Geh bitte, bitte einfach bald zu Ende und teile 2015 mit, es möge besser werden.

Herzlichst, Simone

Der Tag, an dem die Erde stillstand

Mal angenommen, ich wäre ein Außerirdischer. Ich käme auf diese Erde, um die Menschheit zu zerstören und die ersten Personen, die mir begegnen, wären schießwütige Soldaten, eine Jennifer Connely und der Sohn von Will Smith. Also ehrlich, die Menschheit wäre schneller ausgerottet, als man „GORT“ sagen kann…

Ich habe das Remake von „The Day The Earth Stood Still“ heute abend gesehen und ich habe mir große Mühe gegeben, ihn nicht mit dem Original zu vergleichen, sondern als eigenständigen Film zu sehen. Generell konnte ich mich allerdings wenig auf den Film konzentrieren – Notiz an mich: keine Filme mit Jennifer Connely mehr im Kino. Das geht nicht! (Jennifer Connely begann ihr Karriere übrigens bei den Simpsons, wo sie das Baby mit nur einer Augenbraue spielte. Ihre Augenbrauen sind seitdem noch gewachsen. Ihre Titten nicht.) Nicht vergleichen wollte ich, da die Vorraussetzungen heute andere sind als 1951 – mit der Kalten-Kriegs-Dramatik kann man heute schließlich nicht mehr kommen. Obwohl nukleare Bedrohung auch heute noch nicht unterschätzt werden sollte.

So ganz klappte das Nicht-Vergleichen natürlich nicht: Wo das Original einen sympathisch-menschlichen Außerirdischen (Micheal Rennie) hatte, der doch einigermaßen interessant wirkte und von dem man sich gerne ein paar Anekdoten aus dem Weltall erzählen lassen würde, hat das Remake Keanu Reeves, den man nur fragen möchte, ob er Hämorrhiden hat. Statt der etwas patzig-sympathischen Frau (Patricia Neal) gibt es eine sauertöpfische Augenbraue (ja, ich muss darauf rumreiten, das macht mir Angst. Ich habe da ein Theo Waigel-Trauma aus meiner Kindheit.). Statt des neunmalklugen Balgs gibt es den Sohn von Will Smith – und das ist jetzt mal eine gute Nachricht, der ist nämlich – Überraschung! – wesentlich weniger nervig und handelt wesentlich nachvollziehbarer als so manchen andere Filmkind (und wir haben die gleiche Frisur, da kann ich gar nichts Gemeines über ihn sagen). Statt einem Mann im Silberanzug gibt es einen computeranimierten, riesigen GORT, der einige imposante Sachen kann. Leider ist der Computer-GORT so schlecht animiert, da hätte man ihn auch gleich zeichnen können. Mein Gott, selbst Hulk war besser getrickst. Langsam frag ich mich wirklich, was das soll, mit der schlechten CGI.
Die Raumschiffe allerdings fand ich wirklich hübsch.

Klaatu kommt auch diesmal auf die Erde, um die von den Menschen ausgehende Bedrohung einzudämmen. Im Jahre 2008 bedrohen die Menschen allerdings nicht andere Weltraumbewohner, sondern – das ökologische Gleichgewicht. Daher startet Klaatu eine Rettungsaktion für das arme Getier diese Welt, während sich GORT daran macht, die Menschen zu vernichten. Ein Öko-Getue, das in seiner Uninspiriertheit und Plattheit schon richtig ekelhaft ist. Man stelle es sich vor: Weise, technologisch top-ausgestattete und hochbegabte Außerirdische haben nichts besseres zu tun, als die Erde zu beobachten und dann das Viehzeugs zu retten. Aus was für einer Motivation den bitte? Das Original bietet einen der besten Gründe für eine Invasion überhaupt – man fühlt sich bedroht, will aber nicht blind ausrotten, sondern einen Pakt schließen. Im Remake bleibt es mir vollkommen unklar, warum Klaatu sich überhaupt auf der Erde rumtreibt.

Witzigerweise schrieb der Spiegel (Print), das Remake habe weniger religiöse Erlöser-Rhetorik. Als Erlöser tritt Klaatu hier wirklich weniger auf und auch die Auferstehungsszene fehlt (soviel sei verraten). Dafür bedient sich der Streifen an allen anderen wesentlichen Stellen an den biblischen Geschichten (Archen! Heuschrecken-Plage! Märtyrer!).

Wie man merkt: Ich fand den Film ziemlichen Murks. Nicht, weil er das Original ake verändert – sondern weil er es für eine uninspirierte, dünne Story tut und die Schauspieler bis auf den kleinen Smith soviel Ausdruck haben wir ein Holzpfahl.
Dann schau ich doch lieber das Original. Dessen ambivalentes Ende hat sich beim ersten Sehen in mein Hirn gefressen und war auch beim zweiten Anschauen 17 Jahre später noch bewegend.

Die komplette Short-Story, auf der „The Day The Earth Stood Still“ basiert, „Farewell to the Master“ von Harry Bates gibt es hier.

Sinnkrise

Heute könnt ihr von mir aus den Rest des Regenwaldes abholzen und dazu blutige Steaks aus Massentierhaltung essen, Atommüll in Moabiter Kellern endlagern, von mir aus kann sich Roland Koch zum Bundeskanzler hochputschen, Sarah Palin die Nato übernehmen und der kleine Nord-Koreaner Atomwaffen an den noch verbliebenen Blauwalen testen.

Mir doch alles egal.
Auf lange Sicht ist sowieso alles sinnlos.

Meh.

kapitulation?

ich hatte gedacht, sobald ich erstmal freiberufler wäre, würde ich auch hier wieder mehr schreiben, hätte wieder mehr zeit, mich mit den themen* zu beschäftigen, die ich hier eigentlich darstellen wollte – und würde nicht nur immer wieder über mein selbstmitleid bloggen.

tatsache ist, ich schreibe viel, on- und offline – aber für andere. für dies blog fehlt mir in erster linie: die motivation. es ist nicht so, dass es gerade zuwenig themen gäbe, zu denen ich gerne etwas beitragen würde. aber ich habe momentan das gefühl, dass erstens sowieso alles schon mal gesagt worden ist und ich es nicht noch einmal sagen muss (zumindest nicht hier). und dass zweitens die meinungen der meisten menschen schon so gefestigt sind, dass es eh nichts bringt, mit ihnen in eine diskussion zu treten (da nehme ich mich nicht aus; mit mir z.B. über vegetarismus oder abtreibungen zu diskutieren ist absolut sinnlos).

*es wurde ja nie sonderlich deutlich, aber das hätten u.a. sein sollen: wie man politik attraktiverer und weniger dröge darstellen könnte; die repräsentation von frauen in massenmedien und popkultur; popkultur generell und cyberpunk im speziellen

panikattacken sind im preis inbegriffen

anspannung und druck hinterlassen spuren: ich fege die scherben auf und verbinde die wunden. das ist keine metapher. freiheit macht angst.

der faden, der mich ans funktionieren bindet, ist ein verdammt dünner.
plane ich, das hier ernsthaft durchzuziehen, sollte ich die wände polstern.

Veränderung

Wenn mir jemand sagt, ich hätte mich „entwickelt“, lehne ich diese Feststellung gerne mal ab. Wahrscheinlich hat mich die betreffende Person einfach nur besser kennen gelernt.
Bei der Lektüre (gar nicht mal so) alter Tagebucheinträge plötzlich festgestellt, dass ich mich doch verändert habe im letzten Jahr. Ich kann die genauen Veränderungen nicht ganz greifen, aber etwas ist anders. Meine Persönlichkeit schwankt immer noch zwischen Größenwahn und Versagensängsten, zwischen Arroganz und Selbsthass. Vielleicht haben sich auch einfach die Dinge, vor denen ich Angst habe, verändert, sind gewachsen, nicht mehr die kindischen Kleinigkeiten. Ich reagiere häufig immer noch hysterisch auf alltägliche Situationen, die anderen Menschen nicht mal mehr ein Schulterzucken abringen – aber vielleicht nicht mehr bei wirklich jedem Scheiß. Dazu haben sich die (recht erwachsenen und berechtigten) Sorgen für einige Menschen aus meinem Umfeld Gott sei Dank verflüchtigen können, was auch mir ein wenig mehr Sicherheit gab.

Allerdings bin ich auch hoffnungsloser geworden. Und, falls möglich, noch fatalistischer.
Damals(TM) wollte ich funktionieren, reinpassen, Anerkennung – das will ich heute nicht mehr. Nicht mehr in diesem Maße. Damals waren meine Bekundungen, dass aus mir eh nie was wird, nichts werden kann, reiner Trotz, entstanden aus dem Wunsch, was Großes zu werden. Heute fehlt mir tatsächlich jeglicher Glaube, nicht unbedingt an meine Fähigkeiten, aber daran, dass sie mich irgendwo hinbringen. Ich will auch gar nichts Großes mehr werden. Ich will tatsächlich schon lange Nichts mehr. Ich habe mich abgefunden. Der Trotz hat sich verflüchtigt, geblieben ist Resignation.

Ich habe jetzt mein Ziel erreicht.
Was ich unterwegs verloren habe, sind die Träume und Wünsche für ein „danach“.

[Dennoch: Nach meinem Urlaub geht es hier dann mit Inhalten weiter. Das war nun wirklich der letzte selbtsmitleidige Eintrag. Das musste noch raus, doch jetzt reicht´s. Versprochen, geschworen, hoch und heilig!]

meine dummheit kotzt mich an

es war natürlich auch dämlich, anzunehmen, dass ich studien schreiben könnte.
warum glaube ich auch immer wieder, mir irgendetwas zutrauen zu müssen? um mir meine unfähigkeit jedes mal aufs neue zu beweisen? bin ich nicht nur strunzdumm, sondern auch überhaupt nicht lernfähig, auch nicht durch schmerzliche erfahrung?

es reicht, ich hab keinen bock mehr, mehr scheinen zu wollen, als ich bin. zurück zu den wurzeln; ich hab lang genug intellektuelle gespielt.
white trash bleibt white trash, darüber täuschen auch abitur und ach so tolles studium nicht hinweg.
ich komm nicht mehr mit, ich kann so vieles nicht, was ich können sollte, ich versteh so vieles nicht, was ich verstehen müsste…