Archiv der Kategorie: Das Hamsterrad

Goodbye, 2014

2014 war ein furchtbares Jahr. Zu viel Tod, zu viele Verluste, zu viele Abschiede. Ich verzichte daher auf die gewohnte Jahresbilanz; es gibt nichst Positives zu berichten, das Negative möchte ich nicht widerkäuen.

Ja, es geht weiter. Es geht immer weiter.

Ich weiß zwar nicht, wie, oder wo, oder mit welchen Mitteln – aber es geht weiter.

Eigentlich bräuchte ich Abstand. So drei, vier Wochen Abstand von allem, raus aus dem Gedankenkarussell, aus dem ewig gleichen Trott, aus diesem Hamsterrad von zu stopfenden Löchern (schiefes Bild? Wahrscheinlich.), damit ich überhaupt wieder denken kann. Damit ich herausfinde, in welche Richtung es eigentlich gehen soll. Doch dafür fehlen die Möglichkeiten. Also geht es ohne Pause weiter, ohne Richtung. Muss ja.

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kapitulation?

ich hatte gedacht, sobald ich erstmal freiberufler wäre, würde ich auch hier wieder mehr schreiben, hätte wieder mehr zeit, mich mit den themen* zu beschäftigen, die ich hier eigentlich darstellen wollte – und würde nicht nur immer wieder über mein selbstmitleid bloggen.

tatsache ist, ich schreibe viel, on- und offline – aber für andere. für dies blog fehlt mir in erster linie: die motivation. es ist nicht so, dass es gerade zuwenig themen gäbe, zu denen ich gerne etwas beitragen würde. aber ich habe momentan das gefühl, dass erstens sowieso alles schon mal gesagt worden ist und ich es nicht noch einmal sagen muss (zumindest nicht hier). und dass zweitens die meinungen der meisten menschen schon so gefestigt sind, dass es eh nichts bringt, mit ihnen in eine diskussion zu treten (da nehme ich mich nicht aus; mit mir z.B. über vegetarismus oder abtreibungen zu diskutieren ist absolut sinnlos).

*es wurde ja nie sonderlich deutlich, aber das hätten u.a. sein sollen: wie man politik attraktiverer und weniger dröge darstellen könnte; die repräsentation von frauen in massenmedien und popkultur; popkultur generell und cyberpunk im speziellen

Home Office

Home Office

Home Office

My own private chaos…

…with a view.

colours over berlin

colours over berlin

Was vom Tage übrig blieb, 13/09/08 – Berufliches

– Home is, where the heart is. Anderthalb Tage Belgien, noch nicht mal mehr Flandern, Übernachtung in einem bizarr-kitschigem Hotel, Business-Trip – ich habe mich trotzdem mehr zu Hause gefühlt als irgendwo sonst in den letzten Jahren, seit meinem Aufenthalt in Antwerpen. Habe für kurze Zeit überlegt, wie es wäre, als Konferenz-Hopper zu leben, immer auf der Durchreise. Gar keine so unattraktive Vorstellung.

– Veränderungen stehen an. Eine Woche noch. Ich weiß noch immer nicht, in welche Richtung ich gehen werde. Die Richtung, in die es sich gerade entwickelt, ist auch ein wenig bizarr. Noch möchte ich aber nicht gegensteuern. Ich hoffe nur, es ist nicht irgendwann zu spät dafür.

– Schon seit meiner Rückkehr aus Hamburg hatte sich beruflich sehr viel verändert. Vor allem, was mein Aufgabengebiet anging. Ich weiß nicht, wie ernst die anderen meine Projekte nahmen – waren es doch nie die Cash Cows, ging es doch in erster Linie um Networking. Was, nebenbei bemerkt, auch nicht ganz unwichtig ist, wenn man im Gebiet der politischen Kommunikation arbeitet.
Ich merkte jedenfalls, dass alte Koalitionen wegbrachen und sich zur Konkurrenz entwickelten. Belebt das Geschäft, haha, aber ich bin doch harmoniebdürftiger, als ich immer dachte.
Vieles machte ich zum ersten Mal, zumindest in diesen Dimensionen. Und mit dieser Verantwortung. Bisher waren meine Fehler immer meine Angelegenheit: Hätte ich eine Hausarbeit oder meine Magisterarbeit verhauen, okay, persönliches Pech. Hätte ich mit einem Artikel in unserem Studi-Magazin Mist gebaut, okay, Shit happens, hätte ich dafür gerade stehen müssen. Usw, usf. Fehler, die mir nun unterlaufen, fallen unweigerlich auf meinen Arbeitgeber zurück. Das erhöht den Druck. Sobald mir klar wurde, für wen ich da eigentlich so arbeite und welche Verantwortung damit verbunden ist, kam die Panik (was u.a. zu einigen sehr weinerlichen, selbstmitleidigen Blog-Artikeln führte). Gut, leichte Panikattacken habe ich vor jeder Aufgabe, die ich einigermaßen ernst nehme. Doch diesmal war es schlimmer.
Ich frage mich, wie man geschaffen sein muss, um dauerhaft mit derartiger – oder höherer – Verantwortung zu leben. Unter anderem deswegen kamen wirklich verantwortungsvolle Jobs (namentlich ein Medizin-Studium) nie für mich in Frage, deswegen wollte ich auch nie eine Management-Position: Weil ich weiß, dass ich mich selbst so lange fertigmache, dass ich selbst so viel Druck aufbaue, bis ich daran zerbreche. Kann man lernen, mit diesen Versagensängsten umzugehen? Wahrscheinlich. Will ich lernen, damit umzugehen? Wäre eine abgeklärtere, weniger panische, professionellere Person noch ich?
Vermutlich ist das die komplett falsche Frage in diesem Zusammenhang. Dass ich sie stelle, sagt dann wohl auch viel über mich aus.

Langfristplanung

It has been a hell of a week.

Es geht aber wieder besser. Ich heule zwar noch immer in den unmöglichsten Momenten los, es geht aber wirklich wieder besser.

Dazu führte auch die Einsicht, dass ich ganz ohne Pläne nicht mehr auskomme. Ich kann und will nicht mehr warten, dass die Zukunft mir passiert. Außerdem bin ich eines morgens aufgewacht und wusste plötzlich wieder, warum ich meinen Job urspünglich machen wollte: Um die Welt zu sehen (weswegen ich auch mal kurzzeitig Archäologin werden wollte, damals, mit acht oder so).

Kein sonderlich anspruchsvoller oder origineller Plan, zugegeben, wer will die Welt bitte nicht sehen?
Trotzdem will ich das jetzt angehen: D-Day ist der 25.11.2011. Für mich ungewöhnliche Langfristplanung. Doch das lässt mir noch eine Menge Zeit, mich um Route, Logistik und – der heikelste Punkt – Finanzierung zu kümmern. Und Erfahrungen zu sammeln. Das „Wann“ steht, das „Wie“ wird in den folgenden drei Jahren ausgearbeitet.

Ich schreibe das jetzt auch nur auf, um es selbst nicht wieder zu vergessen oder irgendwann wieder so im Alltag vergraben zu sein, dass ich meine Ziele aus den Augen verliere.

Risiko!

Schon wieder Muse – aber es passt gerade so schön: Bliss

Ich habe keine Ahnung, ob ich letztens die richtige Entscheidung getroffen habe.
Es hätte viele Gründe gegeben, zu bleiben (unter anderem hätte ich dann jetzt weniger Angst und könnte besser schlafen).
Doch es gab mindestens so viele Gründe, zu gehen.
Denn wenn ich jetzt nicht springe und auf Netz und doppelten Boden scheiße, werde ich nie das tun, was ich will – sondern immer nur die Erwartungen anderer erfüllen.

Warum ein Leben weiterführen, indem ich mich so passend fühle wie eine Linkshänderschere bei einem Rechtshänder? Soll ich noch länger damit zubringen, 8 Stunden am Tag, 40 Stunden die Woche ins Internet zu starren? Where´s the sense in that? Ehrlich, das ist doch kein Leben. Ehrlich, das ist nicht mein Leben.

Springen heißt auch, dass man ziemlich hart unten aufschlagen kann. Bitte, gerne, das Risiko geh ich ein, wird mal Zeit.
Und zur Not nehm ich halt irgendwelchen Studis die Aushilfsjobs weg…

das hört sich so sehr nach Abschied an, dabei such ich nur nen neuen Job… Drama Queen…

völlig losgelöst

sobald man sich einmal dazu entschieden hat, kein ziel zu haben, kein ziel zu brauchen, lebt sich´s irgendwie befreiter. völlig orientierungslos, zwar, aber das muss ja nichts negatives sein. umwege sind doch eh spannender, als immer gradeaus fahren.

ich habe auch durchaus versucht, umwege einzuschalgen. nur landete ich dabei aufgrund meines tollen, ach so zielgerichtet aussehenden lebenslauf immer wieder genau an dem platz, von dem ich eigentlich wegwollte. weg für ein paar wochen, um mal was anderes auszuprobieren.

und nein, ich habe immer noch keine ahnung, was ich im september mache. darum kümmer ich mich, wenn es soweit ist.