Der Rest vom Fest – The Last Days & You’re Next

The Last Days

Ein Virus breitet sich schleichend unter der Weltbevölkerung aus, genannt „El Paníco“: Die Betroffenen leiden unter starker Agoraphobie, der Angst vor offenen Plätzen. Niemand bleibt verschont, die Menschen ziehen sich in ihre Häuser, ihre Bürogebäude oder die Shopping Mals zurück. So auch Marc, der in seinem Bürokomplex festsitzt – nur wenige Kilometer und doch eine fast unüberwindbare Strecke getrennt von seiner Freundin Julia. Als es den Festsitzenden gelingt, zum U-Bahn-Schacht durchzubrechen, macht sich Marc auf die Suche nach seiner großen Liebe.

Eigentlich macht The Last Days gar nicht so viel falsch. Die Schauspieler sind gut, die Settings glaubwürdig, die Dialoge ok. Dennoch ist der Film einfach grottenlangweilig. Und das Ende ist cheesy. Meine größte Enttäuschung des Festivals.

So konnte ich nicht nach Hause gehen. Daher kam noch:

You’re Next

Happy Family Slaying. Das klassische Setting: Das Ehepaar Davison lädt seine Kinder samt Anhang zum 35. Hochzeitstag auf ein abgelegenes, altes, knarzendes Wochenendhaus. Sie kommen alle, der nette Crispian und seine Freundin Erin, der unsympathische ältere Bruder, die beängstigend fröhliche kleine Schwester, Daddys Liebling, inklusive Filmemacher-Freund, der kleine Bruder, Mommys Darling, und sein kajalumrandeter Anhang.

Schon am ersten Abend fliegen verbal die Fetzen – und der erste Pfeil durchs Fenster, gezielt platziert in den Kopf des Independet-Filmemachers. Ab da beginnt ein Morden und Stechen im Minutentakt.

You’re Next macht nun alles richtig, was ein Home Invasion Film richtig machen kann: Das Setting stimmt, das Ensemble ist gut aufgelegt, fast alle Charaktere ausreichend unsympathisch, der Film setzt auf Tempo, Tempo, Tempo und nimmt sich selbst nicht das kleinste Bisschen ernst. Zudem belässt es Adam Whingard nicht beim altbekannten Eindringen des Grauens in den Familienabend, sondern dreht die Vorzeichen um. Crispians Freundin Erin weiß sich nämlich durchaus zu wehren – und zeigt ein paar relativ innovative Verwendungsmöglichkeiten von Haushaltsgeräten.

You’re Next macht richtig Spaß und war ein würdiger Abschlussfilm, mit viel Szenenapplaus – und ausnahmsweise mal einem stimmigen Ende.

Das Fazit: Das beste Festival-Jahr scheint es wirklich nicht gewesen zu sein. Ein glückliches Händchen bei der Filmauswahl hatte ich auch leider nicht, ärgere mich schwarz, dass ich Makkhi nicht gesehen habe (wobei der auch zu einer unfreundlichen Zeit lief). Cheap Tricks soll auch gut gewesen sein. Aber so etwas weiß man ja vorher nie.

Abschließende Wertung:

Europa Report: Für Science Fiction Fans machbar, wegen der kaum faszinierenden Outer-Space-Szenen eigentlich eine 6/10, wegen dem Raumschiff-Bonus 6,5/10.

The House of Last Things: Ich wollte den mögen. Weil Michael Bartlett so ein sympathischer Typ ist, weil der Cast so nett ist, weil der Garten so hübsch ist. Letztlich ist mir die Masse an Luftballons und Golfbällen aber einfach zu lächerlich. 5/10.

UWANTME2KILLHIM?: Weder Horror noch Fantasy, aber das, worauf ich am Sonntagabend Lust hatte. Daher 6/10.

The Human Race: Aufgrund solcher Filme gehe ich zum Festival. Blödsinniges Ende, bis dahin hat er mir gefallen – 6,5/10.

The Last Days: Meh. 3/10.

You’re Next: Macht Spaß, gut gelungener Genre-Film, 7/10.

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