Fantasy Filmfest 2010 / IV: Corridor

Solider schwedischer Psychothriller, der seinen Protagonisten in seine zunehmende Paranoia begleitet. Das Nette an Corridor ist, dass fast jeder den ein oder anderen Indentifikationspunkt finden wird; besonders, wenn man in hellhörigen Altbauten wohnt und etwas Ärger mit den entweder zu lauten oder zu geräuschempfindlichen Nachbarn hat, kommen einem einige Szenen doch seeeehhhr bekannt vor.

Darum gehts: Über dem Medizinstudenten Frank zieht eine neue Nachbarin ein. (die mich etwas irritierte; warum, fiel mir erst im Nachhinein auf: Im Gegensatz zu dem, was im Festival-Programm beschrieben steht, ist die Frau nicht blond. Aber so überhaupt gar nicht blond.) Lotte ist von der ersten Minute an reichlich aufdringlich, nervig und hat zudem noch Geschichten mit suspekten Männern am Laufen. Nachdem Frank und Lotte aus Versehen das Motorrad von Lottes cholerischem Liebhaber beschädigen, hört Frank aus der Wohnung über ihm verdächtige Geräusche – am Morgen danach ist außerdem Lotte verschwunden. Frank befürchtet das Schlimmste; sein Verdacht wird noch genährt, da sich Lottes Liebhaber auf seine Fersen heftet und versucht, in seine Wohnung einzudringen…

Handwerklich überzeugt Corridor, baut gekonnt Spannung auf und unterhält zudem durch einen grimmigen schwarzen Humor. Die Schauspieler liefern ebenfalls eine sehenswerte Leistung ab, wenn auch alle Charaktere ziemlich unsympathisch sind.

Den Twist am Ende fand ich persönlich nun nicht so wahnsinnig überraschend, doch er bringt noch mal etwas mehr Boshaftigkeit in den Streifen. Corridor lässt ziemlich viele Fragen offen, aber das kann man ja durchaus mal machen. Wie ich schon sagte: Solider Film.

Ich habe mich dann allerdings doch etwas geärgert, dass ich mich nicht für Black Death entschieden habe – der soll doch ziemlich gut gewesen sein. Und Ultra-Trash wie The Human Centipede wäre vielleicht der bessere Start in den Samstagabend gewesen… aber nun ja, man kann nicht alles haben.

Heute wollte ich eigentlich Chatroom sehen, habe aber spontan die Lust auf Filme über Internet und soziale Beziehungen verloren. Morgen wartet dann noch The Last Exorcism… und nächstes Jahr habe ich hoffentlich tatsächlich mal genug Geld und mehr Zeit, um alle Filme zu sehen, die mich interessieren.

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