Fantasy Filmfest 2010 / III – Enter the Void

Tja – eigentlich wollte ich meine Kritik auf ein Wort begrenzen, nämlich auf „einschläfernd“. Aber das würde der ambitionierten und zugegeben sehr genialen Machart des Films nicht gerecht, daher doch ein paar mehr Worte zu Gaspar Noés neuestem Werk:

Noé zeigt hier den Tod als den letzten ultimativen Trip. Inspirieren ließ er sich sowohl vom tibetanischen Totenbuch als auch – und das in erster Linie – von 2001 – A Space´s Odyssee. Und das merkt man auch in jeder einzelnen Szene. Eigentlich ist Enter the Void die logische Modernisierung der letzten Episode von 2001, ein taumelnder Sog, der einen beizeiten tatsächlich schwindlig werden lässt.

Nun ist 2001 leider der Film, für den ich 5 Anläufe brauchte, um nicht dabei einzuschlafen. Enter the Void wirkt durch die ständig kreiselnde, gleitende, schwebende Kamera ähnlich hypnotisch-einschläfernd. Noé scheint um diese Wirkung gewusst zu haben und hat immer mal wieder Szenen eingestreut, die den Zuschauer durch ihre schiere Lautstärke wieder aufwecken (bezeichnenderweise schreit Linda  – selten hässliche Schauspielerin, übrigens, ich mein, Himmel, es gibt plastische Chirurgie, bitte nutzt sie! – nach einer besonders langen und ermüdenden Szene „Wake up“ ins Ohr ihres Filmpartners). Kubrick hatte solche Momente irgendwie vergessen.

Wirkungsvoll ist Enter the Void. Der Vorspann ist ein Kunstwerk für sich und bei vielen Szenen würde ich wirklich gerne wissen, wie man die gemacht hat. In 3D muss der Streifen zudem der totale Mindfuck sein.
Ich habe allerdings ein weiteres Mal gemerkt, dass handlungsarme Filme einfach nichts für mich sind.

Vielleicht liegt es auch an meiner Abneigung gegen psychodelische Drogen, naja, eigentlich gegen Rauschmittel aller Art. Noé Koketterie mit Halluzinogenen im Vorfeld des Films erinnerte mich jedenfalls an die ganz coolen und harten Pupertierenden, die stolz darauf sind, auf dem Schulklo zu rauchen und die mit ihren Binge-Drinking-Abstürzen angeben. Schade, wenn man sowas nötig hat.

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