mal wieder eine quoten-debatte

selten dämliche idee: chris koever, eine der „missy“-macherinnen, fordert eine frauenquote für musik-magazine (bei zoomer).
wie bei allen quotenforderungen hoffe ich auf ironie oder reine provokation.
wann fangen wir endlich an, menschen nach ihren fähigkeiten zu beurteilen und nicht aufgrund irgendwelcher biologischen zufäll zu bevorzugen? quoten bringen denselben mist wie männerwirtschaft, nur mit umgekehrten vorzeichen – auf den posten sitzen nicht die, die es verdienen, sondern die, die da laut quotenregelung sitzen sollen.
ich will keine sonderbehandlung aufgrund meines geschlechts. ich will keinen job, den ich nur bekomme, weil ich zufälligerweise eine frau bin. ich will ihn, wenn ich die beste dafür bin. ich will mir meine position erarbeiten. ich will respekt – den bekomme ich als „quotenfrau“ garantiert nicht.*
wenn ich dafür jungs von der schaukel schubsen muss – um mal in einem von der missy-redaktion immer und immer wieder angestrengten bild zu bleiben – tue ich das eben. ist mir lieber, als wenn die jungs mir platz machen, weil sie mich für ein kleines, schwaches, nicht durchsetzungsfähiges etwas halten (was ich schließlich nicht bin. abgesehen davon, dass ich diesen mädchen-gegen-jungs-quatsch eh für überholt halte).

das missy magazin habe ich übrigens leider noch nicht gelesen. ich hole das bestimmt noch nach, will mir schließlich ein eigenes bild machen und das inhaltsverzeichnis klang ganz vielversprechend – auch wenn ich nach wie vor nicht glaube, dass es diese ominöse „weibliche perspektive“ gibt, aus der missy die popkultur betrachten will. momentan sind mir 3,80 einfach ein wenig zuviel für ein magazin mit modestrecken (nicht zuviel für das heft, sondern für meine geldbörse).

*quotenfrau war jetzt auch lange genug meine rolle.

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4 Antworten zu “mal wieder eine quoten-debatte

  1. Hi,

    Quotenregelungen SIND ein suboptimales Instrument. Da stimme ich dir voll zu.

    Andererseits glaube ich schon dass positive Diskriminierung männlich dominierte Strukturen aufbrechen können und dadurch die Möglichkeit auftun auf solche Quoten dann später zu verzichten.

    „Von nichts kommt nichts“ Wenn, wie in Österreich, alle Rektoren männlich sind, dann ist es auch schwer für eine Frau soweit nach oben zu kommen. AUCH wenn sie gleich/besser qualifiziert ist. Wenn sich aber Frauen in den oberen Posten etabliert haben, dann gehts leichter.

    Darf ich fragen was davon du wenig sinnig findest?

  2. Positive Diskreminierung ist eben auch Diskreminierung. Sonderbehandlung.

    Aber ich gebe zu, dass meiner Kritik das konstruktive Element fehlt – ich habe nämlich auch keine wirkliche Idee, wie man Strukturen ohne Quoten aufbrechen kann, wie man Menschen (Männer, wahrscheinlich, in dem Fall) zum Umdenken zwingen kann. Und zwingen wird man sie wohl müssen.

    Meine Befürchtung ist nur, dass „Quotenfrauen“, so fähig sie auch sein mögen, nicht als gleichwertige Kollegen angesehen werden, da sie ja „nur wegen dieser Quote“ an ihren Posten gekommen sind. Was dann ein doppelter Kampf ist: Erstmal an die Position kommen und dann beweisen müssen, dass man sie verdient hat.

    Als kleines Disclosure: Ich selbst habe von dem Bestreben, Frauen in eher männlich dominierten Sparten zu etablieren, in der Vergangenheit profitiert (wenn auch eher unbewusst). Ich bin deswegen auch ein bisschen wütend auf mich selbst, da meine eigenen Prinzipien nicht immer mit meinem realen Leben übereinstimmen – das schwing in dieser Quotenkritik auch mit.

  3. Verstehe was du meinst.

    Und es wird wohl oft so sein, dass frau durch die Quote dann „doppelt“ angefeindet wird.
    Ohne Quote viell. wiederum gar nicht, da nicht auf dem Posten…

    Aber wie gesagt, Quote ist für mich ein Werkzeug, kein Zweck.

    @Positive Diskriminierung: Das gibt es ja auch nicht nur in Diskussion um Frauen. Werden Familien mit Kindern steuerlich nicht auch positiv diskriminiert?
    Positive Diskriminierung ist ja letztlich nur ein Lenkungsinstrument der Politik. Und ohne diese Instrumente wäre Politik ja recht sinnlos oder nicht?

  4. „Werden Familien mit Kindern steuerlich nicht auch positiv diskriminiert?“

    Habe ich bisher noch gar nicht so gesehen. Eher als Verteilungsgerechtigkeit. Aber bei genauer Überlegung ist da was dran. (werde noch länger darüber nachdenken müssen, glaube ich…)

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