Veränderung

Wenn mir jemand sagt, ich hätte mich „entwickelt“, lehne ich diese Feststellung gerne mal ab. Wahrscheinlich hat mich die betreffende Person einfach nur besser kennen gelernt.
Bei der Lektüre (gar nicht mal so) alter Tagebucheinträge plötzlich festgestellt, dass ich mich doch verändert habe im letzten Jahr. Ich kann die genauen Veränderungen nicht ganz greifen, aber etwas ist anders. Meine Persönlichkeit schwankt immer noch zwischen Größenwahn und Versagensängsten, zwischen Arroganz und Selbsthass. Vielleicht haben sich auch einfach die Dinge, vor denen ich Angst habe, verändert, sind gewachsen, nicht mehr die kindischen Kleinigkeiten. Ich reagiere häufig immer noch hysterisch auf alltägliche Situationen, die anderen Menschen nicht mal mehr ein Schulterzucken abringen – aber vielleicht nicht mehr bei wirklich jedem Scheiß. Dazu haben sich die (recht erwachsenen und berechtigten) Sorgen für einige Menschen aus meinem Umfeld Gott sei Dank verflüchtigen können, was auch mir ein wenig mehr Sicherheit gab.

Allerdings bin ich auch hoffnungsloser geworden. Und, falls möglich, noch fatalistischer.
Damals(TM) wollte ich funktionieren, reinpassen, Anerkennung – das will ich heute nicht mehr. Nicht mehr in diesem Maße. Damals waren meine Bekundungen, dass aus mir eh nie was wird, nichts werden kann, reiner Trotz, entstanden aus dem Wunsch, was Großes zu werden. Heute fehlt mir tatsächlich jeglicher Glaube, nicht unbedingt an meine Fähigkeiten, aber daran, dass sie mich irgendwo hinbringen. Ich will auch gar nichts Großes mehr werden. Ich will tatsächlich schon lange Nichts mehr. Ich habe mich abgefunden. Der Trotz hat sich verflüchtigt, geblieben ist Resignation.

Ich habe jetzt mein Ziel erreicht.
Was ich unterwegs verloren habe, sind die Träume und Wünsche für ein „danach“.

[Dennoch: Nach meinem Urlaub geht es hier dann mit Inhalten weiter. Das war nun wirklich der letzte selbtsmitleidige Eintrag. Das musste noch raus, doch jetzt reicht´s. Versprochen, geschworen, hoch und heilig!]

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