Was vom Tage übrig blieb, 13/09/08 – Berufliches

– Home is, where the heart is. Anderthalb Tage Belgien, noch nicht mal mehr Flandern, Übernachtung in einem bizarr-kitschigem Hotel, Business-Trip – ich habe mich trotzdem mehr zu Hause gefühlt als irgendwo sonst in den letzten Jahren, seit meinem Aufenthalt in Antwerpen. Habe für kurze Zeit überlegt, wie es wäre, als Konferenz-Hopper zu leben, immer auf der Durchreise. Gar keine so unattraktive Vorstellung.

– Veränderungen stehen an. Eine Woche noch. Ich weiß noch immer nicht, in welche Richtung ich gehen werde. Die Richtung, in die es sich gerade entwickelt, ist auch ein wenig bizarr. Noch möchte ich aber nicht gegensteuern. Ich hoffe nur, es ist nicht irgendwann zu spät dafür.

– Schon seit meiner Rückkehr aus Hamburg hatte sich beruflich sehr viel verändert. Vor allem, was mein Aufgabengebiet anging. Ich weiß nicht, wie ernst die anderen meine Projekte nahmen – waren es doch nie die Cash Cows, ging es doch in erster Linie um Networking. Was, nebenbei bemerkt, auch nicht ganz unwichtig ist, wenn man im Gebiet der politischen Kommunikation arbeitet.
Ich merkte jedenfalls, dass alte Koalitionen wegbrachen und sich zur Konkurrenz entwickelten. Belebt das Geschäft, haha, aber ich bin doch harmoniebdürftiger, als ich immer dachte.
Vieles machte ich zum ersten Mal, zumindest in diesen Dimensionen. Und mit dieser Verantwortung. Bisher waren meine Fehler immer meine Angelegenheit: Hätte ich eine Hausarbeit oder meine Magisterarbeit verhauen, okay, persönliches Pech. Hätte ich mit einem Artikel in unserem Studi-Magazin Mist gebaut, okay, Shit happens, hätte ich dafür gerade stehen müssen. Usw, usf. Fehler, die mir nun unterlaufen, fallen unweigerlich auf meinen Arbeitgeber zurück. Das erhöht den Druck. Sobald mir klar wurde, für wen ich da eigentlich so arbeite und welche Verantwortung damit verbunden ist, kam die Panik (was u.a. zu einigen sehr weinerlichen, selbstmitleidigen Blog-Artikeln führte). Gut, leichte Panikattacken habe ich vor jeder Aufgabe, die ich einigermaßen ernst nehme. Doch diesmal war es schlimmer.
Ich frage mich, wie man geschaffen sein muss, um dauerhaft mit derartiger – oder höherer – Verantwortung zu leben. Unter anderem deswegen kamen wirklich verantwortungsvolle Jobs (namentlich ein Medizin-Studium) nie für mich in Frage, deswegen wollte ich auch nie eine Management-Position: Weil ich weiß, dass ich mich selbst so lange fertigmache, dass ich selbst so viel Druck aufbaue, bis ich daran zerbreche. Kann man lernen, mit diesen Versagensängsten umzugehen? Wahrscheinlich. Will ich lernen, damit umzugehen? Wäre eine abgeklärtere, weniger panische, professionellere Person noch ich?
Vermutlich ist das die komplett falsche Frage in diesem Zusammenhang. Dass ich sie stelle, sagt dann wohl auch viel über mich aus.

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