es könnte ja so einfach sein, wenn es denn so einfach wäre…

und wieder stehe ich an einem punkt in meinem leben, über den ich bisher nie hinausgedacht hatte.
ähnlich war es damals, nachdem ich meine magisterarbeit abgegeben hatte. auch wenn meine damalige aussage, nie weiter als bis zu diesem moment gedacht zu haben, schlicht gelogen war – natürlich hatte ich für die zeit nach dem studium immer ein volontariat im blick. (btw, was danach geschah, bewies mal wieder, dass dieses mein leben gar nicht echt, sondern nur eine große satire-show ist. ich hoffe, irgendjemand hat wenigsten seinen spaß damit.)

aber weiter bis zu diesem augenblick, bis zum abschluss des volos, hab ich nun tatsächlich nie geplant.
die vielen unterschiedlichen möglichkeiten, die schier unüberschaubaren optionen, was ich jetzt tun könnte, treiben mein denken immer im kreis herum. ich kann mich schon nicht zwischen drei brötchensorten entscheiden, wie soll ich da aus den vielen berufswegen den auswählen, der mir am meisten zusagt? was, wenn ich mich verwähle? sowieso kann ich die richtige wahl gar nicht treffen, the grass is always greener on the other side, egal, wie ich mich entscheide, ich werde immer bereuen, nicht doch das andere gemacht zu haben, denn vielleicht wäre das ja besser, werde ich nun aber nie erfahren.

zugleich fragt jeder immerzu nach meinen plänen. das stresst mich, bringt mich dazu, von mir selbst eine entscheidung zu erwarten, das stresst mich noch mehr. ich habe gerade keine lust mehr, erwartungen zu erfüllen – wenn ich weiter in dieser stimmung bleibe, werde ich im september wahrscheinlich tatsächlich irgendwo kellnern gehen, einfach, um alle menschen um mich herum zu enttäuschen, einfach nur „ihr könnt mich mal“.

es war ja immer so klar, dass ich aufs gymnasium gehe, dass ich abitur mache, dass ich studiere – die option, eine ausbildung zur steuerberaterin zu machen, war aufgrund meiner abneigung gegen zahlen nie eine wirkliche alternative, das wussten wohl auch die, die diese möglichkeit zur sprache brachten. was anderes als gymnasium kam mit meinen noten ja nicht in frage, in der zehnten abgehen, mittlere reife – mit meinen leistungen noch nicht mal mehr gesprächsthema, noch nicht mal mehr rein hypothetisch. keine ahnung, ob ich journalismus wirklich jemals richtig wollte oder nur wollte, weil ich irgendetwas wollen sollte. kein vorwurf an dieser stelle, auch ich konnte mir einen anderen lebenslauf für mich nicht vorstellen (auch wenn ich mir das studium nach 13 jahren schule alles andere als wünschte. doch im nachhinein bin ich sehr froh darum, studiert zu haben.) jetzt ist es eh zu spät, ändern lässt sich nichts mehr.

die einfachste antwort auf alles ist natürlich: hör auf zu heulen, mach doch, worauf du lust hast. und wenn das mal morgen noch dasselbe wäre wie heute, wäre mein leben echt einfach.
die zweit-einfachste antwort: mach, was du am besten kannst. und da steht dann mein selbstzweifel und antwortet: können? was kannst du denn? rumheulen kannst du, wenn du rausriegst, wie man damit geld verdient, wirst du eine reiche frau. da denken aber nicht deine stärke ist, wirst du das nie rauskriegen und lebst dein leben lang von hartz 4 – falls du die anträge verstehen solltest, was ich bezweifle.

okay, ich denke, ich sollte mich erstmal um einen therapeuten bemühen, dann um einen arbeitgeber…

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