Despite all my rage…

Heute ist Weltfrauentag. Da ich mich überhaupt nicht um irgendwelche Tage schere, habe ich das natürlich erst mitbekommen, als ich mich heute morgen ein bisschen durch meinen Feedreader klickte.
Hier mal einfach ein paar gesammelte, ungeordnete, wütende und daher komplett polemische Gedanken:

Mein Problem mit dem Feminismus bzw. mit vielen Frauen, die sich Feministinnen nennen: Ich will mir nicht vorschreiben lassen, wie ich zu leben oder zu denken habe. Es macht mich wütend, wenn Menschen es trotzdem versuchen. Und viele Feministinnen (und Feministen) probieren leider immer wieder, anderen klar zu machen, was denn gut und richtig und politisch ach so korrekt ist und was man als emanzipierter und aufgeklärter Mensch auf gar keinen Fall tun oder sagen oder denken sollte. Pornographie ist böse, Binnen-I ist gut.

Liebe Leute, Frauen, Männer, alles dazwischen: Ich hab da keinen Bock drauf.
Wenn ich Pornos sehen will, guck ich welche, wenn ich der reinen Faulheit wegen nur „männliche“ Formen benutzen will, dann mach ich das eben. Wer seid ihr denn, darüber zu urteilen, ob das richtig oder falsch ist?
Und wenn ich irgendwann in den nächsten Monaten im Kinosessel sitzen werde, um Angelina Jolie anzustarren, wie sie in „Wanted“ in knappen Klammotten durch die Gegend rennt und dabei unglaublich heiß aussieht, und ich sie dabei rein als Objekt der Begierde betrachte, wie ein paar teurer High Heels, oder wenn ich „Fightclub“ aus dem einzigen Grund sehe, um Brad Pitt auf seine unbeschreiblichen Bauchmuskeln zu reduzieren – dann ist es mir scheißegal, ob irgendjemand das politisch nicht korrekt findet. Und wenn ich mich dann in der nächsten Minute darüber aufrege, dass Mütter in diesem Land immer noch eine andere Behandlung erfahren als Väter, dass Männer immer noch mehr verdienen als Frauen, dass Menschen immer noch aufgrund zufälliger biologischer Gegenbenheiten beurteilt werden, dass man immer noch in den Kategorien männlich / weiblich denkt – da nehme ich mich ja nicht aus – dann bleibt dieser vermeindliche Widerspruch eben einfach mal so stehen.

Ich entscheide, wie ich lebe. In diesem Land habe ich auch relative Freiheit, das zu tun. Wenn ich das Gefühl habe, dass meine Freiheit an Grenzen stößt, werde ich versuchen, gegen diese Grenzen anzurennen. Wenn ich das Gefühl habe, dass die Freiheit anderer hier oder anderswo an Grenzen stößt, werde ich auch gegen diese Grenzen anrennen, soweit es in meinen Möglichkeiten liegt (und ich Zeit und Lust habe, ja, call me asshole). Das ist nicht feministisch, das ist selbstverständlich. Und egoistisch vielleicht auch. Mir egal.

Allen anderen ist das wahrscheinlich auch egal, musste aber mal (wieder) raus.

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Eine Antwort zu “Despite all my rage…

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