StudiVZ darf petzen und freut sich ´n Ast

WTF?
StudiVz-Geschäftsführer Markus Riecke hat SPON ein – euphemistisch ausgedrückt – interessantes Interview gegeben (via poldi). Interessant nicht nur, weil SPON den Text zunächst bildzeitungslike mit einem recht frei ausgelegten Zitat aufmachte („Gott sei dank dürfen wir Kiffer-Fotos jetzt den Behörden geben,“ hieß es dort wohl zu Beginn, was Riecke aber so nie sagte), die nach einer Richtigstellung von Riecke allerdings entfernt wurde (via netzpolitik.org).

Seltsam aber, wie begeistert sich Riecke davon gibt, endlich, endlich den Ermittlungsbehörden im Verdachtsfall Nutzerdaten herausgeben zu dürfen. Oder warum sagt der „Gott sei Dank…“? Warum findet er es so toll, petzen zu dürfen? Naja, irgendwie auch schön, dass Menschen sich noch über Kleinigkeiten freuen können…

Gut, wer sich jetzt beim Kiffen fotografieren lässt, diese Fotos dann bei StudiVZ hochlädt, nachdem er dort auch noch der Speicherung seiner Daten zugestimmt hat – beängstigend, dass es anscheinend so hirnlose Studenten gibt – also, wer so dämlich ist, der hat eigentlich eine Abreibung verdient. Nur zu befürchten hat er sie nicht. DrogenKONSUM ist in Deutschland nicht strafbar, lediglich der Besitz, Anbau, Erwerb und Verkauf. Was auch unsinnig ist, aber ein ganz anderes Thema.

Weitere Fragen: StudiVZ erhält zehn, ZEHN Anfragen von Ermittlungsbehörden in der Woche? Beängstigend…
Auffällig auch, dass Riecke in einem Satz davon spricht, dass einige dieser zehn Anfragen sich auf Verletzung von Persönlichkeitsrechten durch Fake-Profile bezögen, im nächsten Satz aber versichert, dass es auf StudiVZ kaum Fake-Profile gäbe, weil eine gefälschte Identität dort total sinnlos sei (jaja, mindestens so sinnlos wie bei Facebook…).

Der witzigste Satz überhaupt ist aber, wenn Riecke zum Thema personalisierte Werbung sagt: „Es geht uns hier nicht um das Werbegeld.“ THAT really made my day!

UPDATE: Eine Antwort der „anderen Seite“TM, so eine Art erweiterte „Richtigstellung“ (ließ: Verschlimmbesserung) und die wiederum passenden Antworten darauf gibt es – wo sonst – in den Kommentaren der Blogbar.


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2 Antworten zu “StudiVZ darf petzen und freut sich ´n Ast

  1. Gott sei Dank? studiVZ ist ein Abbild der Gesellschaft, mit Morddrohungen, Missbrauch, Extremismus und auch anderen verbrechen. Stell dir vor, du bist Betreiber und willst gegen die Leute ermitteln, hast aber nichts in der Hand? Genau darum geht es. Doch nicht um Kiffer! Das ist billige Polemik des Spiegels.

  2. Hm, aber in dem Interview geht es ja nicht darum, dass die Betreiber gegen nachweisliche Straftaten vorgehen wollen – was ja nur verständlich wäre. Sondern genau andersherum, dass die Kripo bei Ihnen anfragt und StudiVZ persönliche Daten im Verdachtsfall (was nicht heißen muss, das irgendeine Straftat begangen wurde) einfach mal rausrückt. Zumindest suggerieren das Rieckers Antworten – was, wenn es anders gemeint war, zumindest schlechte PR ist.
    Natürlich ist da eine Menge Polemik im Spiel, beim Spiegel und auch in Blogs. Daran müssten die VZler aber mittlerweile gewöhnt sein und ihren Geschäftsführer nicht mit einer derartig ungeschickten Taktik auf die Presse loslässt.

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