Bad girls have to die

The good girls always say yes, to everything, no matter how stupid the task may be. Clean the stove, count those peas, be the babysitter for seven dwarfs, eat this poisened apple. So they earn the prince on his white horse.
We say NO. We show wit, intelligence, imagination. We think. We fail. All we get is dove-shit and a dance on blistering coals.

(Disclaimer: Ich sehe nicht viel fern. Und wenn, dann meistens US-Arztserien, die sind moralisch recht eindeutig: Leben retten ist super, aber manche Patienten sterben eben. Ärzte, unabhängig vom Geschlecht, sind gut.
Daher bitte ich um Entschuldigung, dass mir die unten stehenden wahrscheinlich recht bekannten Mechanismen ein bisschen spät aufgefallen sind. Ich gehe auch einfach mal davon aus, dass das Fernsehen eine sehr schematische, leicht in schwarz und weiß zu unterteilende Welt darstellt. Das Gegenteil wurde mir bis jetzt noch nie bewiesen.)

These 1:
Bis in die TV-Welt des Jahres 2008 scheint sich eine Regel durchzusetzen, die bereits in Grimm´schen Märchen, antiken Sagen und erst recht in der Bibel galt: Bad girls have to die.
Oder sie haben einen Autounfall, überleben total entstellt und wechseln vom Schicksal gebeutelt auf die gute Seite. Alternativ werden sie schwanger, verlieren das Kind – und wechseln vom Schicksal gebeutelt auf die gute Seite. Von mir aus auch irgendein anderes Äquivalent dazu, von Tauben die Augen ausgehackt zu bekommen oder auf glühenden Kohlen zu tanzen.

These 2:
Während Männer in Filmen und Serien durchaus mal moralisch ambivalent sein dürfen, eine gute und eine schlechte Seite haben dürfen (zugegeben: auch das ist selten), müssen Frauen immer einseitig dargestellt werden: Entweder sie sind gut, dann sind sie vollkommen gut, rein, nett zu allen und jedem (und blond) und töten noch nicht mal Fliegen. Oder sie sind schlecht, dann sind sie moralisch vollkommen verdorben (und brünett oder rothaarig*). Whatever that means.
Und im Gegensatz zu Männern zahlen Frauen für ihre Verfehlungen. Immer.
Eine kleine Chance haben Frauen, wenn sich ihre Taten mit einer traumatischen Vergangenheit begründen lassen: Sie wollen gar nicht so handeln, wurden aber von den bösen bösen Männern, ihren bösen bösen Eltern und überhaupt der bösen bösen Umwelt so verletzt, dass sie gar nicht anders können. Dann wechseln sie aber auch wieder irgendwann auf die gute Seite.
(Auch bei Männern wird die Entschuldigung für moralische Ambivalenz – was ein Euphemismus – häufig in Traumata gesucht. So hat „Hannibal Rising“ schon den ganzen Spaß an Hannibal Lector versaut. Wer will denn bitte Gründe dafür, dass der Typ Menschen isst? Der braucht keine Gründe, der steht über jeder Begründung. Durch den später hinzuerfundenen Anfang bekommt die Geschichte eine billige Rache-Moral aufgesetzt, die ziemlich schal schmeckt.)

Thesen, wie gesagt. Vielleicht ist das in den Serien, die ich nicht gucke (etwa Desperate Housewives oder so) anders.
Wer eine weibliche, zickige, verdorbene, komplett amoralische Serienpersönlichkeit kennt, die mit all ihren Fehltritten und Gemeinheiten davonkommt: Ab damit in die Kommentare.

*okay, DAS ist paranoid. Es soll auch blonde böse Mädchen geben. Hab ich gehört.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s