Das war Weihnachten

Eigentlich nicht vorhanden, die Vorweihnachtszeit ignoriert, zuviel Arbeit vorgetäuscht und froh drum gewesen, dass da immer etwas anderes war als Weihnachtsmarkt und Glühwein, als Wohnung dekorieren und Kerzen anzünden. Baum schmücken, Krippe aufstellen, Weihnachtskonzerte, Weihnachtsessen, die unvermeidliche Bescherung, den Toaster, den ich nicht brauche, den Wasserkocher, der nicht mehr in meinen Koffer passte, im Zustand mal mehr, mal weniger milder Genervtheit über mich ergehen lassen. Hab ein Zuhause vermisst, das war alles nur ein Surrogat, selbe Menschen, andere Umgebung, dazu kein Schnee, natürlich nicht, außer das Bisschen bei meiner Ankunft. Zu warm, frühlingshafte sieben bis zehn Grad. Wollte da sein, wollte gleichzeitig wieder weg, keine Geschichten von früher hören, nicht so tun müssen, als wäre nichts gewesen, niemanden an meinem Rechner rumfummeln lassen (der ist zickig, schließlich ist das meiner, das Frauchen färbt ab aufs Getier), nicht in die heimatlich-träge Kleinkindstarre verfallen, sich das Essen auftischen und wieder abräumen lassen, die Klamotten waschen lassen, sich die Handtücher rauslegen lassen, fehlt nur noch, dass mir jemand den Hintern abwischen will. Fluchtgedanken, dann die komplette Rückfahrt duchgeheult, trotz „Pirates III“ im mobilen Laufwerk, trotz „Der Schwarm“ zum Selberlesen, meine Mitreisenden hielten mich bestimmt für komplett bescheuert.

Ich hasse diese Zeit, ich will kein Silvester, wieder ein Jahr näher am Tod, na danke schön, das soll ich feiern?
Jedes Jahr derselbe Scheiß: Aus dem Alltag rausgerissen, an die eigene Sterblichkeit – und die der anderen – erinnert, Panikattacken nicht mehr verdrängen können und jetzt das heulende Elend. Und es wird jedes Jahr schlimmer.
Nächstes Jahr fahr ich richtig in den Urlaub, dahin, wo Schnee liegt und wenige Menschen sind (wenn ich denn das Geld haben sollte für solche Späße).

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2 Antworten zu “Das war Weihnachten

  1. Verspüre ich da den Hauch einer Jahresenddepression?
    Heißt es nicht irgendwo: Bange machen gilt nicht! Kopf hoch, es kann ja nur noch besser werden 🙂
    Aber nun gut! Es ist ein wenig verständlich… hab mir jedenfalls für heute Abend die Flasche Absinth besorgt und werde mein Jahr auf der Böse(Bornholmer)-Brücke zu Ende begießen.
    Guten Rutsch!

  2. ´n hauch von Depression? na, das ist schon ziemlich ausgewachsen 🙂
    Aber egal, das wird heut Abend weggefeiert!
    Wünsche ebenfalls nen Guten Rutsch!

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