Schweinenierchen mit Brokkoli

pro-test or pro-life… eine kleine schizophren-multiple diskussion. nicht fragen, welche stimme meine ist, das habe ich währenddessen selbst vergessen.

tierversuche im namen der menschlichkeit? würden sie sich auch eine schweineniere einpflanzen lassen?
na, wenn das schwein eines natürlichen todes stirbt, hätte ich da nichts gegen. muss man es für die transplantation extra schlachten, natürlich nicht. schließlich renne ich auch nicht durch die gegend und murkse irgendwelche leute für ihre organe ab. und wer bin ich denn, dass ich mein leben für wertvoller halten könnte als ein anderes leben?

aber tierversuche retten leben. nicht nur das eigene – das der familie, der eigenen kinder. ohne tierversuche keine medikamente, dann würden wir immer noch in massen an tbc, an der pest oder sonst was krepieren.
menschen werden krank und menschen sterben, so ist das nun mal. das ist keine religiös motivierte argumentation, nicht, dass man mich falsch versteht. fortschritt ist eine gute sache, medizinische forschung ist ebenfalls notwendig, keine frage. aber für den fortschritt darf man wesen welcher art auch immer, menschlich, tierisch, geboren oder ungeboren, nicht das recht auf leben absprechen (es sei denn, sie melden sich freiwillig, aber die laborratte will ich sehen). fortschritt darf nicht auf mord und leiden aufbauen, dann ist es kein fortschritt, dann ist es eher ein rückschritt in die barbarei.
überhaupt stellt die immer höhere lebenserwartung der menschen, dieser hochgelobte verdienst des fortschritts, die gesellschaft vor ernste probleme. überbevölkerung, überalterung, löcher in den rentenkassen, klimakatastrophe… alles, weil wir unsterblich sein wollen. 

der pflichtsuizid mit 70 als lösung also? oder euthanasie?
äh… nein (sozial erwünschte antwort).  keine lebensverlängerung, wenn lebensverlängerung keinen sinn mehr ergibt. wie war das – warum noch künstliche hüftgelenke für 80jährige? ja, warum denn eigentlich? warum noch organtransplantationen für 70jährige? aber eigentlich ging es doch um medikamente und bevor sich die diskussion in reizworten verliert: ja, ich halte es für einen segen, dass es eine heilung für viele krankheiten gibt. gleichzeitig halte ich es aber auch für einen fluch, weil wir die einzigen natürlichen feinde abschaffen, die menschliche wesen noch haben und damit jeder natürlichen art der artenregulation vorbauen. nur weil wir´s können.

willkommen im mittelalter. jeden auf eine ganz natürlich art und weise abkratzen zu lassen ist also kein rückschritt in die barbarei? von diesen euthanasie-gedanken ganz zu schweigen. überhaupt, wenn denn schon kleine zellhaufen, liebevoll embryos genannt, schützenswert sein sollen, was ist dann mit bakterien? oder viren? beginnt das leben nach dieser strengen auffassung nicht schon beim einzeller? wieviele davon allein beim händewaschen oder beim gemüseschaben draufgehen…
das ist jetzt irgendwie die brokkoli-hat-auch-gefühle-argumentation… es geht um die vermeidung des vermeidbaren. leid vermeiden, wo man es vermeiden kann. natürlich wasche ich mir die hände, natürlich versuche ich krankmachende bakterien zu vermeiden…

das wird doch jetzt arg widersprüchlich. für natürliche artenregulation propagieren, aber selbst nicht krank werden wollen und bei erkältung wahrscheinlich aspirin plus c schlucken. und zu leid vermeiden, wo man es vermeiden kann: welches leid wirkt denn wohl schwerer, dass des nierenkranken kindes oder das des schweins? das des an ms/hiv/krebs/insert deadly desease of choice erkrankten jungen mannes oder das des affen, an dem grad ein medikament erprobt wird?
wie ich anfangs schon sagte: wer sind wir menschen, dass wir uns über andere lebewesen stellen, unser leid für wichtiger halten als das anderer? woher wollen wir denn wissen, wer tatsächlich mehr leidet?

und wenn jetzt nicht greys anatomy in spielfilmlänge anfangen würde, könnte das noch stunden so weitergehen.
authistisch über bioethik debattieren, aber artzserien gucken… ist ja putzig.

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