Lions for Lambs

Ein selten schlecht, weil inhaltlich falsch übersetzter Titel, dann noch Tom Cruise und der Inbegriff alles gutmenschlichen, das noch nicht zum Buddhismus konvertiert ist, Robert Redford. Eigentlich nicht gerade einladend. Trotzdem gesehen, es kam ja nichts im Fernsehen.

Dialoglastiker Polit-Film. Schlägt den Bogen von Krieg in Irak und Afghanistan über soziale Gerechtigkeit, über Ehrgefühl, amerikansiche Presse, Verlogenheit oder Authentizität von Politikern, Ehrgeiz bis hin zu.. äh, 42. Na ja, zumindest fast. In der Fülle der Themen übernimmt sich der Film. Ich bin mir gerade noch nicht sicher, ob er Antworten geben will. Ich denke, eher nicht. Jedenfalls wirft er einige interessante Fragen auf – hat man ein wenig Ahnung von Politik, guckt ab und an mal Nachrichten und informiert sich nicht nur aus der BILD-Zeitung – oder den internationalen Pendants – kommen einem die Argumente jedoch arg bekannt vor.  Und ein nicht-politikinteressiertes Publikum wird dieser Film nicht ansprechen, dafür fehlt Action, dafür fehlt Handlung, dafür fehlen die Special-Effects. Konventionell gefilmt, kammerspielartig, Redford und Streep und der Typ, der den Studenten spielt, sind gut, Tom Cruise ist Tom Cruise.

Was ich nicht verstehe, ist, dass dem Film auf der imdb Unausgewogenheit und Voreingenommenheit vorgeworfen wird. Lustigerweise sowohl anti- als auch pro-Kriegspropaganda wollen hauptsächlich us-amerikanische Kommentatoren darin erkannt haben. Ich weiß nicht, woran sie das festmachen – ich habe selten einen ausgewogeren Film gesehen, bei dem allen Argumenten soviel Raum gegeben wird. Was ich sehr angenehm finde.

Ich finde es ja mittlerweile etwas arrogant, als Deutsche über die Befindlichkeiten anderer Staaten zu urteilen. Micheal Moore darf von mir aus kritisieren, er lebt in den Staaten, ich nicht, daher komme ich mir in jeder Debatte und bei jedem Kommetar einfach nur unwissend und fehl am Platze vor. Soll heißen: Ja, ich fand es interessant, mal zusammengefasst Argumente in Sachen War on Terror, US-Sozialsystem, Pressekodex geliefert zu bekommen. Ich traue mich nur nicht, eine wirkliche Meinung dazu zu haben.

Auf der imdb kam auch die Frage auf, mit welcher Berechtigung sich (Hollywood)-Promis eigentlich in die Politk einmischen müssen.  Ich bin mir sicher, die Frage kam bei Reagan auch schon auf.

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