Goodbye, 2014

2014 war ein furchtbares Jahr. Zu viel Tod, zu viele Verluste, zu viele Abschiede. Ich verzichte daher auf die gewohnte Jahresbilanz; es gibt nichst Positives zu berichten, das Negative möchte ich nicht widerkäuen.

Ja, es geht weiter. Es geht immer weiter.

Ich weiß zwar nicht, wie, oder wo, oder mit welchen Mitteln – aber es geht weiter.

Eigentlich bräuchte ich Abstand. So drei, vier Wochen Abstand von allem, raus aus dem Gedankenkarussell, aus dem ewig gleichen Trott, aus diesem Hamsterrad von zu stopfenden Löchern (schiefes Bild? Wahrscheinlich.), damit ich überhaupt wieder denken kann. Damit ich herausfinde, in welche Richtung es eigentlich gehen soll. Doch dafür fehlen die Möglichkeiten. Also geht es ohne Pause weiter, ohne Richtung. Muss ja.

Profx

Den Vorschlag mit dem x finde ich erstaunlich brauchbar.

Und die Diskussion bei FAZ geringfügig angenehmer als anderswo.

Neu und toll

Staying Home – GET WELL SOON from GET WELL SOON on Vimeo.

Drei neue EPs. Am 10., 17. und 24. November. Das ist fast schon Geburtstagsgeschenke:)

Bücher Oktober 2014

Der 1. November 2014 – ich sitze im T-Shirt auf dem Balkon. Global warming – yay.

Im Oktober gab es Einiges:

Manna Francis – The Administration
– Quis Custodiet #5
– First Against the Wall #6
– For Certain Values of Family #7

Auch, wenn nicht alle Geschichten gleich gut sind: Meine Begeisterung hat sich gehalten. Techno noir Thriller, politische Dystopie, kinky gay porn und ein kleines bissches Seifenoper – vor allem aber die Geschichte einer dysfunktionalen Beziehung; eine Liebesgeschichte, mehr als alles andere. Näher an meine literarische Komfortzone kann ein Buch kaum herankommen. Die Serie als gesamtes ist (bis jetzt) mein definitives Jahreshighlight.

M. Caspian: Kraken

Man bekommt, was die Kurzbeschreibung verspricht: Eine Gothic Horror Story mit Tentakel-Porn. Eine männliche Scream-Queen als Hauptdarsteller, ein enigmatischer, soziopathischer Tintenfisch-Shifter und die sehr merkwürdigen Bewohner einer sehr merkwürdigen Insel – das ergibt ausgezeichnete Unterhaltung, wenn mir der Stil auch manchmal etwas zu detailversessen war.

M. Caspian: The Arroyo

Ein weiteres Highlight: Eine kleine, verstörende Novelle, die Sklaverei in keinster Weise romantisiert, wie das sonst so häufig in diesem Genre der Fall ist. Ausgezeichnet geschrieben noch dazu.

“Why books?”
Trace took a long time to answer. “Because they’re reliable. They don’t chance from moment to moment. They can’t deny what they say the next day. An they can take you anywhere. They can even take me away from this goddam hellhole” […]
“Why take the risk that they’ll find them, then?”
“I think I’m hoping they will.”

RemainNameless: No Homo

Wie auch immer ich auf Teen Wolf Slash Fiction gekommen bin – das war süß und lustig. Und süß. Und lustig. Und dann noch mehr süß.

Jay Kirkpatrick: Freedom

Ohje. Die erste Hälfte dieser dystopischen Zukunftsversion gehört zu den stärksten Texten, die ich dieses Jahr gelesen habe. Ein Mann scheinbar ohne Erinnerung, kaum fähig zu kommunizieren, unter Drogen gesetzt, wütend, verloren. Ein Empath, der ihm aus diesem Zustand heraushelfen soll – und dabei mehr über sich und seine sicher geglaubte Welt erfährt, als er sich vorstellen konnte: Das alles ist unsagbar gut und mitreißend geschrieben. Im zweiten Teil verliert sich die Geschichte leider in einem unfokussierten Mischmasch verschiedener Perspektiven und versucht sich an Action, was weniger gelingt. Dennoch lesenswert.

Patrick stared at the white toilet on the white floor against the white wall in his tiny white bathroom an listened to the sounds of illusions shattering.

Abgebrochen

– Kaje Harper: Laser Visions – zu beliebig.
– Lisa Henry: Falling Away – zu emo.
– K.J. Charles: A Case of Possession (A Charme of Magpies #2) – zu langweilig.

Die Kurzgeschichten:

– Lisa Henry: The Dreams You Made in the Dirt – nicht mein Fall
– D. Romero: El Presidio Rides North – Zombie-Apokalypse, yay. Verdient einen Platz in meinen Herzen allein für den Ausdruck „apokalypse bitch“.
– Sam Schooler: The Practical Guide in Trying Not to Die – zu kurz.
– Kallysten: A.S.H.E.R – AIs in love. ’nough said.
– Cari Z.: You Get Full Credit For Being Alive – nette Zwischendurchlektüre.
– Lisa Henry: The Last Rebellion – Interessanter Ansatz, aber wieder nicht mein Fall.
– Angel Martinez: Prisoner 374215 – An dieser Geschichte ist überhaupt nichts falsch. Sie hat mich aber auch nicht mitreißen können.

 

Liebes Jahr 2014…

…es reicht mit deinen schlechten Nachrichten.

Ganz ehrlich? Du kannst mich mal. Ich hab keine Lust mehr und eine Kraftreserven gehen zur Neige. Such dir doch jemand anderen, dem du immer wieder in den Arsch treten kannst. Geh bitte, bitte einfach bald zu Ende und teile 2015 mit, es möge besser werden.

Herzlichst, Simone

Unerwartete Schönheiten

The world is so beautiful, when you look at it.

So detailed. So sharp. Everything’s just there—so much more than we need. Light we can’t see, sounds we can’t hear. Sometimes I wonder if that’s what it takes to make it real.

Manna Francis, All Work and No Play

Manchmal findet man schöne Worte dort, wo man sie nicht erwartet. (Um der Gerechtigkeit genüge zu tun: The Administration series ist voll von schönen, beinahe perfekt konstruierten Sätzen. Es macht einfach unglaublichen Spaß, diese Sprache zu lesen, diese klar definierten, klar unterscheidbaren Erzählperspektiven mit ihren jeweils sehr eigenen Stimmen.)

Bücher im September

Nicht der abwechslungsreichste Monat, aber ein guter:

1. Manna Francis, Mind Fuck (The Administration Series #1)
2. Manna Francis, Quid Pro Quo (The Administration Series #2)
3. Manna Francis, Games and Players (The Administration Series #3)
4. Manna Francis,  Control (The Administration Series #4)

Oh, diese Serie… Nur selten, stößt man als Leser auf so eine Geschichte. Eine Geschichte, wie man sie immer einmal hören wollte, mit Charakteren, von denen man immer einmal lesen wollte. The Administration bietet ziemlich viel von dem, wonach ich fragen könnte, einiges, nach dem ich nie zu fragen wagte, und noch ein bisschen mehr. Ich bewundere vor allem das geschickte Spiel mit den Sympathien und Antipathien des Lesers; das ist hochmanipulativ, aber clever und äußerst unterhaltsam. Dankenswerterweise entziehen sich wirklich alle Figuren herkömmlichen Schwarz-Weiß-Zuschreibungen: Werkzeuge und Mitläufer des unterdrückerischen, paranoiden Systems erscheinen erschreckend sympathisch, der prominentes Gegner als derart manipulativer, schleimiger Bastard, dass man ihm einiges Schlechte wünscht. Mein kleines, politisch korrektes Hirn und meine Liebe zu einer der Hauptfiguren stehen da in einem ständigen Widerstreit. Die dystopische Gesellschaft ist extrem detailliert durchdacht, ihre Anfänge als Utopie nur zu gut vorstellbar. Gut geschrieben sind die einzelnen Geschichten in den meisten Fällen auch noch. Nicht alle sind gleich stark – aber das wäre dann vielleicht auch zu viel des Guten.
Einziges Manko: Ich hätte ja gerne noch eine Geschichte, die auf dem Mars spielt. Eine Geschichte mit Raumschiffen. Gibt es glaube ich bis zum aktuell letzten Band #7 noch nicht (zwei Folgebände erscheinen noch).

5. Kaje Harper, Nor Iron Bars A Cage
War okay, aber nichts, was im Gedächtnis bleibt.

Außerdem einiges an Fanfiction (yeah) und – langsam, sehr, sehr langsam – Der Mann ohne Eigenschaften.