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Der Tag, an dem die Erde stillstand

Dezember 16, 2008 · Kommentar schreiben

Mal angenommen, ich wäre ein Außerirdischer. Ich käme auf diese Erde, um die Menschheit zu zerstören und die ersten Personen, die mir begegnen, wären schießwütige Soldaten, eine Jennifer Connely und der Sohn von Will Smith. Also ehrlich, die Menschheit wäre schneller ausgerottet, als man „GORT“ sagen kann…

Ich habe das Remake von „The Day The Earth Stood Still“ heute abend gesehen und ich habe mir große Mühe gegeben, ihn nicht mit dem Original zu vergleichen, sondern als eigenständigen Film zu sehen. Generell konnte ich mich allerdings wenig auf den Film konzentrieren – Notiz an mich: keine Filme mit Jennifer Connely mehr im Kino. Das geht nicht! (Jennifer Connely begann ihr Karriere übrigens bei den Simpsons, wo sie das Baby mit nur einer Augenbraue spielte. Ihre Augenbrauen sind seitdem noch gewachsen. Ihre Titten nicht.) Nicht vergleichen wollte ich, da die Vorraussetzungen heute andere sind als 1951 – mit der Kalten-Kriegs-Dramatik kann man heute schließlich nicht mehr kommen. Obwohl nukleare Bedrohung auch heute noch nicht unterschätzt werden sollte.

So ganz klappte das Nicht-Vergleichen natürlich nicht: Wo das Original einen sympathisch-menschlichen Außerirdischen (Micheal Rennie) hatte, der doch einigermaßen interessant wirkte und von dem man sich gerne ein paar Anekdoten aus dem Weltall erzählen lassen würde, hat das Remake Keanu Reeves, den man nur fragen möchte, ob er Hämorrhiden hat. Statt der etwas patzig-sympathischen Frau (Patricia Neal) gibt es eine sauertöpfische Augenbraue (ja, ich muss darauf rumreiten, das macht mir Angst. Ich habe da ein Theo Waigel-Trauma aus meiner Kindheit.). Statt des neunmalklugen Balgs gibt es den Sohn von Will Smith – und das ist jetzt mal eine gute Nachricht, der ist nämlich – Überraschung! – wesentlich weniger nervig und handelt wesentlich nachvollziehbarer als so manchen andere Filmkind (und wir haben die gleiche Frisur, da kann ich gar nichts Gemeines über ihn sagen). Statt einem Mann im Silberanzug gibt es einen computeranimierten, riesigen GORT, der einige imposante Sachen kann. Leider ist der Computer-GORT so schlecht animiert, da hätte man ihn auch gleich zeichnen können. Mein Gott, selbst Hulk war besser getrickst. Langsam frag ich mich wirklich, was das soll, mit der schlechten CGI.
Die Raumschiffe allerdings fand ich wirklich hübsch.

Klaatu kommt auch diesmal auf die Erde, um die von den Menschen ausgehende Bedrohung einzudämmen. Im Jahre 2008 bedrohen die Menschen allerdings nicht andere Weltraumbewohner, sondern – das ökologische Gleichgewicht. Daher startet Klaatu eine Rettungsaktion für das arme Getier diese Welt, während sich GORT daran macht, die Menschen zu vernichten. Ein Öko-Getue, das in seiner Uninspiriertheit und Plattheit schon richtig ekelhaft ist. Man stelle es sich vor: Weise, technologisch top-ausgestattete und hochbegabte Außerirdische haben nichts besseres zu tun, als die Erde zu beobachten und dann das Viehzeugs zu retten. Aus was für einer Motivation den bitte? Das Original bietet einen der besten Gründe für eine Invasion überhaupt – man fühlt sich bedroht, will aber nicht blind ausrotten, sondern einen Pakt schließen. Im Remake bleibt es mir vollkommen unklar, warum Klaatu sich überhaupt auf der Erde rumtreibt.

Witzigerweise schrieb der Spiegel (Print), das Remake habe weniger religiöse Erlöser-Rhetorik. Als Erlöser tritt Klaatu hier wirklich weniger auf und auch die Auferstehungsszene fehlt (soviel sei verraten). Dafür bedient sich der Streifen an allen anderen wesentlichen Stellen an den biblischen Geschichten (Archen! Heuschrecken-Plage! Märtyrer!).

Wie man merkt: Ich fand den Film ziemlichen Murks. Nicht, weil er das Original ake verändert – sondern weil er es für eine uninspirierte, dünne Story tut und die Schauspieler bis auf den kleinen Smith soviel Ausdruck haben wir ein Holzpfahl.
Dann schau ich doch lieber das Original. Dessen ambivalentes Ende hat sich beim ersten Sehen in mein Hirn gefressen und war auch beim zweiten Anschauen 17 Jahre später noch bewegend.

Die komplette Short-Story, auf der „The Day The Earth Stood Still“ basiert, „Farewell to the Master“ von Harry Bates gibt es hier.

Kategorien: Die Popcornmaschine · empire of dirt · jammern auf hohem niveau

Sinnkrise

November 26, 2008 · 1 Kommentar

Heute könnt ihr von mir aus den Rest des Regenwaldes abholzen und dazu blutige Steaks aus Massentierhaltung essen, Atommüll in Moabiter Kellern endlagern, von mir aus kann sich Roland Koch zum Bundeskanzler hochputschen, Sarah Palin die Nato übernehmen und der kleine Nord-Koreaner Atomwaffen an den noch verbliebenen Blauwalen testen.

Mir doch alles egal.
Auf lange Sicht ist sowieso alles sinnlos.

Meh.

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kapitulation?

Oktober 18, 2008 · 2 Kommentare

ich hatte gedacht, sobald ich erstmal freiberufler wäre, würde ich auch hier wieder mehr schreiben, hätte wieder mehr zeit, mich mit den themen* zu beschäftigen, die ich hier eigentlich darstellen wollte – und würde nicht nur immer wieder über mein selbstmitleid bloggen.

tatsache ist, ich schreibe viel, on- und offline – aber für andere. für dies blog fehlt mir in erster linie: die motivation. es ist nicht so, dass es gerade zuwenig themen gäbe, zu denen ich gerne etwas beitragen würde. aber ich habe momentan das gefühl, dass erstens sowieso alles schon mal gesagt worden ist und ich es nicht noch einmal sagen muss (zumindest nicht hier). und dass zweitens die meinungen der meisten menschen schon so gefestigt sind, dass es eh nichts bringt, mit ihnen in eine diskussion zu treten (da nehme ich mich nicht aus; mit mir z.B. über vegetarismus oder abtreibungen zu diskutieren ist absolut sinnlos).

*es wurde ja nie sonderlich deutlich, aber das hätten u.a. sein sollen: wie man politik attraktiverer und weniger dröge darstellen könnte; die repräsentation von frauen in massenmedien und popkultur; popkultur generell und cyberpunk im speziellen

Kategorien: Das Hamsterrad · empire of dirt

panikattacken sind im preis inbegriffen

Oktober 12, 2008 · Kommentar schreiben

anspannung und druck hinterlassen spuren: ich fege die scherben auf und verbinde die wunden. das ist keine metapher. freiheit macht angst.

der faden, der mich ans funktionieren bindet, ist ein verdammt dünner.
plane ich, das hier ernsthaft durchzuziehen, sollte ich die wände polstern.

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Veränderung

September 21, 2008 · Kommentar schreiben

Wenn mir jemand sagt, ich hätte mich „entwickelt“, lehne ich diese Feststellung gerne mal ab. Wahrscheinlich hat mich die betreffende Person einfach nur besser kennen gelernt.
Bei der Lektüre (gar nicht mal so) alter Tagebucheinträge plötzlich festgestellt, dass ich mich doch verändert habe im letzten Jahr. Ich kann die genauen Veränderungen nicht ganz greifen, aber etwas ist anders. Meine Persönlichkeit schwankt immer noch zwischen Größenwahn und Versagensängsten, zwischen Arroganz und Selbsthass. Vielleicht haben sich auch einfach die Dinge, vor denen ich Angst habe, verändert, sind gewachsen, nicht mehr die kindischen Kleinigkeiten. Ich reagiere häufig immer noch hysterisch auf alltägliche Situationen, die anderen Menschen nicht mal mehr ein Schulterzucken abringen – aber vielleicht nicht mehr bei wirklich jedem Scheiß. Dazu haben sich die (recht erwachsenen und berechtigten) Sorgen für einige Menschen aus meinem Umfeld Gott sei Dank verflüchtigen können, was auch mir ein wenig mehr Sicherheit gab.

Allerdings bin ich auch hoffnungsloser geworden. Und, falls möglich, noch fatalistischer.
Damals(TM) wollte ich funktionieren, reinpassen, Anerkennung – das will ich heute nicht mehr. Nicht mehr in diesem Maße. Damals waren meine Bekundungen, dass aus mir eh nie was wird, nichts werden kann, reiner Trotz, entstanden aus dem Wunsch, was Großes zu werden. Heute fehlt mir tatsächlich jeglicher Glaube, nicht unbedingt an meine Fähigkeiten, aber daran, dass sie mich irgendwo hinbringen. Ich will auch gar nichts Großes mehr werden. Ich will tatsächlich schon lange Nichts mehr. Ich habe mich abgefunden. Der Trotz hat sich verflüchtigt, geblieben ist Resignation.

Ich habe jetzt mein Ziel erreicht.
Was ich unterwegs verloren habe, sind die Träume und Wünsche für ein „danach“.

[Dennoch: Nach meinem Urlaub geht es hier dann mit Inhalten weiter. Das war nun wirklich der letzte selbtsmitleidige Eintrag. Das musste noch raus, doch jetzt reicht´s. Versprochen, geschworen, hoch und heilig!]

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meine dummheit kotzt mich an

August 12, 2008 · 4 Kommentare

es war natürlich auch dämlich, anzunehmen, dass ich studien schreiben könnte.
warum glaube ich auch immer wieder, mir irgendetwas zutrauen zu müssen? um mir meine unfähigkeit jedes mal aufs neue zu beweisen? bin ich nicht nur strunzdumm, sondern auch überhaupt nicht lernfähig, auch nicht durch schmerzliche erfahrung?

es reicht, ich hab keinen bock mehr, mehr scheinen zu wollen, als ich bin. zurück zu den wurzeln; ich hab lang genug intellektuelle gespielt.
white trash bleibt white trash, darüber täuschen auch abitur und ach so tolles studium nicht hinweg.
ich komm nicht mehr mit, ich kann so vieles nicht, was ich können sollte, ich versteh so vieles nicht, was ich verstehen müsste…

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The Cost of Big Brother

Juli 9, 2008 · 1 Kommentar

Die Wirklichkeit ist viel, viel schlimmer als alles, was sich irgendjemand ausdenken könnte.
Das merkt man zum Beispiel, wenn man mal die Kommentare bei Welt Online liest und in die Untiefen der politischen Gesinnung eines durchschnittlichen Welt-Lesers vordringt.
Das merkt man auch, wenn man den Bericht „The Cost of Big Brother“ (PDF) der British Tax Payer´s Alliance durchliest. Erschreckend, aber durchaus nicht unerwartet, sind dabei die hohen Kosten für ID-Cards (19,000 Mio. Pfund) und CCTV (500 Mio Pfund) oder die Erkenntnis, dass es in GB 4,2 Mio CCTV-Kameras gebe – damit kämen eine Kamera auf jeweils 14 Einwohner.
Viel erschreckender ist dieser Vorschlag der Alliance, wie man denn Geld sparen könnte:
„Pull out of the European Convention on Human Rights.“

Ja. Danke. Lasst uns doch auf Menschenrechte scheißen, alle (mutmaßlichen) Terroristen einfach in Jack-Bauer-Manier zu Mus foltern und sowieso am besten überall gleich die Todesstrafe auf Verdacht einführen – Gerichtsverhandlungen und Gefängnisunterbringen kosten den Steuerzahler doch nur unnötig Geld.
[Ich kann nicht so viel fressen, wie ich grade kotzen möchte.]

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Heute nicht!

Juni 30, 2008 · Kommentar schreiben

#scheißlaunetag. Bin in einer Stimmung, in der ich auch kleine Kinder treten und Hunde am Halsband ziehen würde. Oder umgekehrt.

Naja, vielleicht verlier ich ja irgendwann die Lust, vor Frust mit dem Kopf gegen die Fensterbank zu knallen.

[92 Tage. ]

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schockstarre

Juni 27, 2008 · Kommentar schreiben

ein bisschen angst vor der eigenen courage, ein bisschen (viel) migräne, viel schlaf am nachmittag und realitätsflucht mit einer halben staffel doctor who. so war das nicht geplant.
suche methoden, meinen kopf bis morgen wieder zum funktionieren zu bringen.

I need a brain exchange.

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überfordert (Bewerbung III)

Juni 27, 2008 · Kommentar schreiben

deswegen Angst.
deswegen gelähmt.

ich bin ein Kaninchen.

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