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Geh nicht hin! oder: Schade, schade, schade…

Juli 30, 2009 · Kommentar schreiben

Kampagnen-Seite „Geh nicht hin!“

Erster Gedanke: Mike Krüger lebt noch? Wow.

Zweiter Gedanke: Schade! (nicht, dass Mike Krüger noch lebt, sondern:)
Es kam mir so vor, als wäre in der Vergangenheit wiederholt festgestellt worden, dass Deutschland eben nicht Amerika ist, dass deutsche Politiker nicht Obama sind, dass deutsche politische Kommunikation anders funktioniert als Amerikanische, weil deutsche Politiker und die deutsche (politische) Öffentlichkeit eben anders ticken als die Amerikanische. Vielleicht hab ich mich aber auch vertan und nur ich habe das so festgestellt.  Denn anscheinend halten es Einige (durchaus sehr fähige, auf dem Gebiet der politischen Online-Kommunikation absolut bewanderte Menschen!) nicht für phantasielos und etwas langweilig, einen USA-Spot eins zu eins zu kopieren…

Dritter Gedanke: Wer zum Henker sind diese Leute?
Im USA-Spot werben Top-Stars dafür, zur Wahl zu gehen.
Im deutschen Spot treten Menschen auf, die man irgendwann schon mal irgendwo gesehen hat, wahrscheinlich, als sie bei Pro 7 oder RTL die „10 ekligsten Momente aus TV-Kochshows“ oder die „10 spektakulärsten Michael Jackson Momente“* kommentierten.  Und Maik Krüger und Jan Hofer.

Wie gesagt, schade. War bestimmt nicht billig.
Immerhin: Etwas Aufmerksamkeit hat`s erzeugt. Und bekanntlich gibt es ja keine schlecht PR.

USA-Original:

*Letzteres ist kein Witz, sondern läuft demnächst auf RTL. Das sind die Augenblicke in denen ich mich frage, ob ich das Denken nicht ganz aufgeben und fortan glücklich und zufrieden leben sollte…

Kategorien: Das Politbüro · Das Rechenzentrum

nochmal Obama und das Internet

November 22, 2008 · Kommentar schreiben

Auf Obamas Social Network MyBO haben laut Washigton Post etwa 2 Millionen User ein Profil angelegt. Das entspricht, bei etwas über 220 Millionen US-amerikanischen Internetnutzern zufolge der Internet Worldstats nicht mal einem Prozent. Ziemlich genau sind es 0,908 Prozent. Und davon sind noch eine gewisse Anzahl (die ich gerade nicht einschätzen kann) an Profilen von Menschen außerhalb der USA angelegt worden, von Auslands-Amerikanern, ausländischen Journalisten und weiteren Neugierigen etwa.

Nichtmal ein Prozent. Im Vergleich – nein, Moment, es gibt gar keinen direkten Vergleich, also: Für das erste Mal, das ein Präsidentschaftskandidat ein derart elaboriertes Social Network anbietet, ist das wahrscheinlich recht ordentlich.

(Ich hoffe nur, ich habe mich jetzt nicht total peinlich verrechnet.)

Kategorien: Das Politbüro

new ways of communicating

November 22, 2008 · Kommentar schreiben

„Obama’s embrace of new ways of communicating – comparable to John F. Kennedy’s mastery of the relatively new medium of television – means he can bypass the traditional political media in a way no other President can have dreamt of.“ (Paul Harris, David Smith, Guardian, 16.11.)

Einerseits ist das toll, denn eine direktere Kommunikation zwischen Politikern und Bürgern ist das, worauf wir (also: die meisten meiner Arbeitgeber) hinarbeiten.

Andererseits bin ich irgendwo noch Journalistin und halte den Filter der Medien, zumindest den Filter der journalistischen Berichterstattung, noch immer für notwendig, auch bei dem von Obama anscheinend geplanten sehr transparenten Ansatz, Regierungsgeschäfte zu führen – um Beziehungen und Zusammenhänge herzustellen, die Politiker selbst so nicht aufzeigen, um Aussagen zu bewerten und zu verifizieren.

Einerseits bin ich nicht so überheblich, anzunehmen, dass Menschen jemanden brauchen, der ihnen die Welt erklärt.

Andererseits will ich noch nicht so ganz glauben, dass der Journalismus als vierte Gewalt überflüssig geworden ist.

Kategorien: Das Politbüro

BILDungsmisere

November 21, 2008 · Kommentar schreiben

eigentlich ist es müßig, was zu franz josef wagners kolumne über die aktuellste pisa-studie und die sächsischen schüler zu schreiben. haben andere auch schon getan. recht ausführlich, teilweise, und ich kann da nur zustimmen.

erschreckend aber FWJs unkenntnis, was satzbau anbelangt – von der völlig fehlenden argumentationslinie will ich gar nicht erst anfangen.  (nein, ich verlinke jetzt nicht direkt auf den Bild-artikel.)

eine gewisse abneigung gegen streber kann ich nachvollziehen, obwohl, oder vielleicht auch gerade weil ich wesentliche jahre meiner kindheit damit verschwendete, selbst einer zu sein. das renkte sich mit der pubertät wieder ein, weil ich begann, ein soziales leben zu haben, weil meine konzentrationsfähigkeit über die jahre kontinuierlich nachließ, und auch, weil ich merkte, dass meine noten nicht sonderlich leiden, wenn ich andere prioritäten setze. ich bin aber auch in NRW zur schule gegangen – ich weiß nicht, ob es heute noch genauso ist, aber damals reichte dort eine gewisse grundintelligenz, um mit wenig aufwand einigermaßen durch die schule zu kommen. die abneigung gegen streber beruhte weniger auf deren schulnoten – meine waren ja auch ganz gut – als auf ihrem ansonsten asozialen verhalten: nicht abschreiben lassen, immer erster sein wollen, schule, noten, den eigenen erfolg wichtiger nehmen als alles andere.

ich kann ebenfalls nachvollziehen, dass man in einem bestimmten alter einiges, vieles, alles wichtiger findet, als schule. und dass es viele verschiedene wege gibt, wie man lernen kann, und viele verschiedene orte, an denen man was lernen kann.

als ich der pubertät entwuchs, merkte ich aber auch, dass nicht jeder wissenshungrige, neugierige mensch ist ein „klugscheißer“ ist oder ein streber. dass meine abneigungen sich nicht gegen das lernen an sich richteten, sondern gegen ein schulsystem, das für leute, denen auswendiglernen, strukturiertes vorgehen und autoritätenhörigkeit eher weniger liegen, nicht geeignet ist. an diesem wird ja heute gearbeitet, mal mehr schlecht als recht und über´s knie gebrochen – man denke etwa an die nur mäßig gelungene einführung von G8 in den westlichen bundesländern. es liegt noch immer einiges im argen, immer noch ist viel zu viel von der person des lehrers, von seinem elan und seinem engagement abhängig und noch immer gibt es, zumindest an den schulen, die ich kenne, lehrer, denen jegliche begeisterung, jegliches interesse für ihren job schon vor jahren abhanden gekommen ist, die aber trotzdem noch lange, zu lange, weitermachen werden, weil sie bequem verbeamtet sind. es scheint sich aber an einigen orten ein bisschen was zu bewegen, wie man jetzt an sachsen sieht (wenn man denn der pisa-studie vertrauen und die studien-ergebnisse auf die schulische realität übertragen kann, was aber noch mal eine ganz andere geschichte ist).

und darüber sollte man sich verdammtnochmal freuen. man sollte sich über neugierige, wissenshugrige kinder freuen. was für ein mensch muss man eigentlich sein, kindern zu vermitteln, ohne schulbildung lebe es sich doch viel cooler, schließlich könne man ja solche traumberufe ergreifen wie bild-kolumnist? hat die bild-zeitung angst, ihre leser zu verlieren, wenn die schüler besser in der schule werden (bzw. genauer gesagt, besser bei der pisa-studie abschneiden)?

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jetzt kommt mal bitte wieder runter!

November 6, 2008 · 3 Kommentare

es wurde also in einem land far far away und doch so nah ein neuer präsident gewählt. und in der deutschen blogosphäre, auf twitter und z.T. in den medien etc. wird gejubelt, als wenn man selbst irgendwas dazu beigetragen hätte. (angenehm nüchtern dagegen die nachrichtenmeldung heute morgen auf motor fm. amerika hat gewählt, obama ist neuer präsident, that was it.)

wichtig wird es aber erst jetzt, wenn der mann, der so viel von „change“ geredet hat, dass man manchmal gar nicht mitbekam, ob er auch noch was inhaltliches sagte, wirklich was verändert. und vor allem, in welche richtung.

tatsache ist, obama hat sich gegen die homo-ehe ausgesprochen (aber privat denkt er ja ganz anders, jaja, blabla. okay, um der differenzierung genüge zu tun: so sagt er es in einem interview.). tatsache ist (auch wenn das nicht aus dem zuvor gesagten folgt), proposition 8 ist durch, beschlossene sache. tatsache ist, obama ist religiös, offenbar sehr religiös – das bedingt zwangsläufig eine konservativere denkweise.

natürlich. schlimmer als bush, als der verwirrte alte mann mit vize palin one heart-attack away from being president ist es nicht – konnte es aber auch gar nicht sein.

amerika jetzt als überdemokratie, gar als demokratischer als deutschland zu feiern, wie ich es heute durchaus gelesen habe (aber jetzt zu faul bin, die links rauszusuchen), finde ich doch etwas blauäugig.

okay, rant beendet.
hier noch leseempfehlungen:

http://scienceblogs.com/pharyngula/2008/11/the_glass_is_half_empty.php
http://scienceblogs.com/pharyngula/2008/11/context.php

Kategorien: Das Politbüro

SocialBar

November 4, 2008 · 1 Kommentar

Gleich geht´s auf in tazcafé zur Socialbar Berlin.
Heute geht es um politisches Campaigning im Web 2.0, sprechen werden:

  • Ricardo Cristof Remmert-Fontes (AK Vorratsdatenspeicherung) berichtet über die Online/Offline-Mobilisierung der erfolgreichen Demo „Freiheit statt Angst – Stoppt den Überwachungswahn“
  • Jan-Michael Ihl (taz) „Twitter für meine Kampagne nutzen – Gebrauchsanweisung in 10 Minuten!“
  • Joep van Delft (loesje.org) „creative acts – kreative Aktionen mit Hilfe von Web2.0

Ein kleiner (naja, wahrscheinlich ein ausführlicher) Nachbericht folgt hier und bei den Blogpiloten.

20.00h: jetzt gehen auch die Vorträge los. interessante leute hier, u.a. vom Verein Mehr Demokratie e.V.. Und das obligatorische (?) „hey, ich kenn dich von Twitter“.

20.10: erstes Thema: Mobilisation für die Demo Freiheit statt Angst

20.15: Ricardo Remmert-Fontes: mittlerweile eher skeptisch, was Mobilisation über Online-Medien angeht. Mobilisation lief über Banner, über Socil Media Plattformen.
Fazit: Online-Medien haben für Mobilisierung nur begrenzten Impact. Gutes Medium, um Leute zu vernetzen und Interessierte zu erreichen, Informationen zu streuen. Weniger interessierte, neue Leute zu gewinnen, ist über Online-Medien aber schwierig.

20.20: RRF: klassische Medien haben in Deutschland noch immer den größten Einfluss.
Auch in den USA ist die Kampagne unterstützt von Real Life Mobilisierung, von Wahlkämpfern, die auf die Straße gehen.
Ohne Real Life funktioniere eine politische Kampagne nicht.

Was positives über Online-Medien: Man kann die verschiedenen Online Medien (blogs, Wikis) gut nutzen, um Aktionen und Kampagnen zu organisieren und zu strukturieren. So lief vieles der Organisation von Freiheit statt Angst über Wiki.
Blogs sind hervoragendes Instrument, um Informationen zu streuen – erreichen aber eher die ohnehin Interessierten.
Real Life Aktionen wie die Demo seien momentan noch die einzige Möglichkeit, um die Massenmedien und die Leute draußen und im Bundestag aufmerksam zu machen.

20.27: Frage: Welchen EInfluss hätte ein Mobilisierungs-Video gehabt?
RRF: visuelle Medien schneller erfassbar und ansprechender als Text – muss aber auch gut gemacht sein. Mehr Einfluss hätte das Video aber immer noch, wenn das Video in der tagesschau gezeigt würde.
Stärke des WEb: Kreativität und Kollaborativität.

Thema SMS-Kampagnen: Es mangelt an Rechtssicherheit für SMS-Kampagnen in Deutschland.

20.33: Jetzt kommt Joept van Delft zu creative acts.

20.35: kreativer AKtivismus hat zwei Komponenten: User Generated Content und Soziale Netzwerke.
JvD glaubt persönlich eher nicht an die Möglichkeiten der sozialen Netzwerke zur politischen Mobilisierung.
Vergleich zwischen UGC Content und Street Art.

Beispiele für kreativen Aktivismus (auch im Web 2.0):

  • Ad Busting: Kampagne von einem Unternehmen ändern und ihreine andere Bedeutung geben.
  • DIY City Improvement bringt spontanten Szenenapplaus: Fehlt ein Fahrradweg, mal einfach deinen eigenen auf die Straße.
  • Flash Mobs.
  • Technoschnitzeljagd (??)

Kreative Aktionen im Web 2.0 (unvollständige Liste):

  • Google Bomben
  • Blue Ray Code
  • Online-Demonstrationen

20.50: jetzt: Campaigning über Twitter mit Jan Michael Ihl.

Drei Thesen (die stehen schon auf Twitter, deswegen kenne sie die meisten hier schon):

  • Twitter gehört ab morgen zum Standard-Repertoire jeder erfolgreichen Kampagne – nach dem Vorbild Obama.
  • Twitter ist als Feedback-Kanal noch viel interessanter denn als reiner Micro-News-Kanal. Faktoren: Niedrigschwelligkeit & Öffentlichkeit
  • Twitter ist keine Plattform für die Ewigkeit, aber auf jeden Fall fürs Jetzt. Deshalb: sollten NGOs und Initiativen besser _jetzt_ Twitter einsetzen, als zu zögern. Voraussetzung für Erfolg: richtiger Ton, Witz, Offenheit.

Alle Vorträge gibt es bald auch auf dem Socialbar-Wiki – und News über den Socialbar-Twitterfeed (natürlich).

Kategorien: Das Politbüro · Das Rechenzentrum

Keine Berufsalternative

September 17, 2008 · 4 Kommentare

Gestern bekam ich über Twitter einen Hinweis, dass die herzallerliebste Emanzen-Postille Emma eine Online-Redakteurin sucht. Ich fand es sehr nett, dass jemand weitgehend Unbekanntes in einem so flüchtigem Netzwerk wie Twitter meine Berufssorgen ernst nimmt und mir Tipps gibt. Tatsächlich kam das sogar schon häufiger vor, daher auch an dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön.

Aber Emma? Gut, es ist ein Job, in der Not frisst der Teufel Fliegen – aber so verzweifelt bin ich noch nicht. (Mal ganz abgesehen davon, dass ich von Feminismustheorien soviel Ahnung habe wie ein Goldhamster vom Autofahren. Und ungefähr soviel Interesse dafür aufbringe.)

Im Ernst: Viel zu wenig nackte Frauen in dem Blatt. Diät-Tipps gibt´s da auch nicht und über Schuhe schreibt auch kaum einer.

In diesem Zusammenhang fiel mir allerdings wieder ein, wie verwunderlich wenig Erfolg doch unsere „Playboy statt Emma“-Aktion damals in der Uni hatte. (Eigentlich war es ja eher eine „Playboy und Emma“-Aktion – wenn die Frauenbewegten was zum Lesen kriegen, sollten die eher optisch orientierten Jungs und Mädels auch was bekommen. Wenn ich mich richtig erinnere, wurde schließlich keine der Zeitschriften abonniert.)

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Ich war ja für Hillary…

August 3, 2008 · 1 Kommentar

ich mochte obamas berliner rede (via) nicht – so rhetorisch durchkomponiert sie auch sein mag, was die literaturwissenschaftlerin in mir anerkennt, inhaltlich fand ich sie grausam. mir missfiel das anbiedernde widerkäuen der berliner geschichte, bei sätzen wie “ This is the moment when we must come together to save this planet“ lief es mir kalt den rücken herunter. als was sieht der sich – als erlöser? als retter der menschheit? und warum sollen „wir“ (wer auch immer „wir“ sind) da hinterherrennen?

mir missfällt die inhaltsleere, missfällt, dass sich kaum ein politisches programm erkennen lässt – und wenn, dann als abkehr von den bisherigen wahlversprechen, in einem „ja“ zur todesstrafe, zum Beispiel (jaja, nur für die und die leute, weil so als präsident hat man ja das recht dazu, zu bestimmen, welche verbrecher noch als mensch gelten und welche des lebens nicht mehr wert sind). mir fehlen fakten, fakten, fakten, mir fehlen überzeugende argumente, überhaupt fehlen: argumente, mir fehlt irgendeine erklärung, was dieser mann da überhaupt will. ich will kein charisma, ich will nachvollziehbare politische programme.

andererseits: anscheinend versteht es obama, menschen für politik zu begeistern, junge menschen, die sich bisher kaum für das politische tagesgeschehen interessiert haben. dass er es mit platitüden schafft, mit an plattheit kaum zu überbietenden slogans wie „Yes, we can!“ und „Change“ – kann man da nicht drauf scheißen und sich freuen, über das engagement, über die emotionalität, über den einsatz der obama-unterstützer? darüber, dass tatsächlich ein wandel, welcher art auch immer, zumindest in der einstellung gegenüber politik, möglich scheint, wenn der kandidat nur charismatisch genug ist?

„nachvollziehbare politische programme“ begeistern niemanden.

müssen es immer fakten sein?
passen politik und begeisterung, politik und emotionalität zusammen?
wie deutsch ist es, fakten zu verlangen und der massenbegeisterung zu misstrauen

Kategorien: Das Politbüro
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Termin-Hinweis: Antispe Kongress 2008

Juli 21, 2008 · Kommentar schreiben

07. bis 10. August in Hannover: Antispe Kongress 2008 (Treffen der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung).

Und ich werde es – mal wieder – nicht schaffen, so wie´s aussieht…

[und ja, ich bin der Ansicht, dass jedes Lebewesen das gleiche Recht auf ein unversehrtes Leben und achtungsvolle Behandlung hat, ob Mensch oder Drosophila ist mir da scheißegal. Wenn ich deswegen menschenverachtend bin - ja mei, dann bin ich´s gerne.]

Kategorien: Das Politbüro

Von Dicken und Dürren

Juli 11, 2008 · 1 Kommentar

Das Gesundheitsministerium findet heraus, dass die Deutschen zu dick sind, und will einen Fünf-Punkte-Plan erstellen – für ein dünneres Deutschland. Das war 2007.

2008 stellt das Gesundheitsministerium plötzlich fest, dass „immer mehr“ deutsche junge Frauen dünn sein wollen (welch Überraschung). Und startet eine Kampagne gegen Untergewicht und gegen Essstörungen.

Ja, es ist mir schon klar, dass es um ein gesundes Mittelmaß und vor allem um gesunde Ernährung geht.
Trotzdem fühle ich mich von derartigem Aktionismus verarscht.

Außerdem lasse ich mir von Tante Ulla sicher nicht erzählen, was ich essen – oder nicht essen – soll.
Muss aber im selben Augenblick ganz selbstkritisch zugeben, dass ich mir von den Onkeln Hennes und Mauritz schon diktieren lasse, welche Figur ich haben sollte und dass ich möglichst in ihre Größe 36 passen sollte (was ich im Moment nicht tue). Daran ändert aber Tante Ulla auch nichts mehr.

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