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kapitulation?

Oktober 18, 2008 · 2 Kommentare

ich hatte gedacht, sobald ich erstmal freiberufler wäre, würde ich auch hier wieder mehr schreiben, hätte wieder mehr zeit, mich mit den themen* zu beschäftigen, die ich hier eigentlich darstellen wollte – und würde nicht nur immer wieder über mein selbstmitleid bloggen.

tatsache ist, ich schreibe viel, on- und offline – aber für andere. für dies blog fehlt mir in erster linie: die motivation. es ist nicht so, dass es gerade zuwenig themen gäbe, zu denen ich gerne etwas beitragen würde. aber ich habe momentan das gefühl, dass erstens sowieso alles schon mal gesagt worden ist und ich es nicht noch einmal sagen muss (zumindest nicht hier). und dass zweitens die meinungen der meisten menschen schon so gefestigt sind, dass es eh nichts bringt, mit ihnen in eine diskussion zu treten (da nehme ich mich nicht aus; mit mir z.B. über vegetarismus oder abtreibungen zu diskutieren ist absolut sinnlos).

*es wurde ja nie sonderlich deutlich, aber das hätten u.a. sein sollen: wie man politik attraktiverer und weniger dröge darstellen könnte; die repräsentation von frauen in massenmedien und popkultur; popkultur generell und cyberpunk im speziellen

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Home Office

Oktober 5, 2008 · 5 Kommentare

Home Office

Home Office

My own private chaos…

…with a view.

colours over berlin

colours over berlin

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Was vom Tage übrig blieb, 13/09/08 – Berufliches

September 13, 2008 · Kommentar schreiben

- Home is, where the heart is. Anderthalb Tage Belgien, noch nicht mal mehr Flandern, Übernachtung in einem bizarr-kitschigem Hotel, Business-Trip – ich habe mich trotzdem mehr zu Hause gefühlt als irgendwo sonst in den letzten Jahren, seit meinem Aufenthalt in Antwerpen. Habe für kurze Zeit überlegt, wie es wäre, als Konferenz-Hopper zu leben, immer auf der Durchreise. Gar keine so unattraktive Vorstellung.

- Veränderungen stehen an. Eine Woche noch. Ich weiß noch immer nicht, in welche Richtung ich gehen werde. Die Richtung, in die es sich gerade entwickelt, ist auch ein wenig bizarr. Noch möchte ich aber nicht gegensteuern. Ich hoffe nur, es ist nicht irgendwann zu spät dafür.

- Schon seit meiner Rückkehr aus Hamburg hatte sich beruflich sehr viel verändert. Vor allem, was mein Aufgabengebiet anging. Ich weiß nicht, wie ernst die anderen meine Projekte nahmen – waren es doch nie die Cash Cows, ging es doch in erster Linie um Networking. Was, nebenbei bemerkt, auch nicht ganz unwichtig ist, wenn man im Gebiet der politischen Kommunikation arbeitet.
Ich merkte jedenfalls, dass alte Koalitionen wegbrachen und sich zur Konkurrenz entwickelten. Belebt das Geschäft, haha, aber ich bin doch harmoniebdürftiger, als ich immer dachte.
Vieles machte ich zum ersten Mal, zumindest in diesen Dimensionen. Und mit dieser Verantwortung. Bisher waren meine Fehler immer meine Angelegenheit: Hätte ich eine Hausarbeit oder meine Magisterarbeit verhauen, okay, persönliches Pech. Hätte ich mit einem Artikel in unserem Studi-Magazin Mist gebaut, okay, Shit happens, hätte ich dafür gerade stehen müssen. Usw, usf. Fehler, die mir nun unterlaufen, fallen unweigerlich auf meinen Arbeitgeber zurück. Das erhöht den Druck. Sobald mir klar wurde, für wen ich da eigentlich so arbeite und welche Verantwortung damit verbunden ist, kam die Panik (was u.a. zu einigen sehr weinerlichen, selbstmitleidigen Blog-Artikeln führte). Gut, leichte Panikattacken habe ich vor jeder Aufgabe, die ich einigermaßen ernst nehme. Doch diesmal war es schlimmer.
Ich frage mich, wie man geschaffen sein muss, um dauerhaft mit derartiger – oder höherer – Verantwortung zu leben. Unter anderem deswegen kamen wirklich verantwortungsvolle Jobs (namentlich ein Medizin-Studium) nie für mich in Frage, deswegen wollte ich auch nie eine Management-Position: Weil ich weiß, dass ich mich selbst so lange fertigmache, dass ich selbst so viel Druck aufbaue, bis ich daran zerbreche. Kann man lernen, mit diesen Versagensängsten umzugehen? Wahrscheinlich. Will ich lernen, damit umzugehen? Wäre eine abgeklärtere, weniger panische, professionellere Person noch ich?
Vermutlich ist das die komplett falsche Frage in diesem Zusammenhang. Dass ich sie stelle, sagt dann wohl auch viel über mich aus.

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Langfristplanung

September 1, 2008 · Kommentar schreiben

It has been a hell of a week.

Es geht aber wieder besser. Ich heule zwar noch immer in den unmöglichsten Momenten los, es geht aber wirklich wieder besser.

Dazu führte auch die Einsicht, dass ich ganz ohne Pläne nicht mehr auskomme. Ich kann und will nicht mehr warten, dass die Zukunft mir passiert. Außerdem bin ich eines morgens aufgewacht und wusste plötzlich wieder, warum ich meinen Job urspünglich machen wollte: Um die Welt zu sehen (weswegen ich auch mal kurzzeitig Archäologin werden wollte, damals, mit acht oder so).

Kein sonderlich anspruchsvoller oder origineller Plan, zugegeben, wer will die Welt bitte nicht sehen?
Trotzdem will ich das jetzt angehen: D-Day ist der 25.11.2011. Für mich ungewöhnliche Langfristplanung. Doch das lässt mir noch eine Menge Zeit, mich um Route, Logistik und – der heikelste Punkt – Finanzierung zu kümmern. Und Erfahrungen zu sammeln. Das „Wann“ steht, das „Wie“ wird in den folgenden drei Jahren ausgearbeitet.

Ich schreibe das jetzt auch nur auf, um es selbst nicht wieder zu vergessen oder irgendwann wieder so im Alltag vergraben zu sein, dass ich meine Ziele aus den Augen verliere.

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Risiko!

August 16, 2008 · Kommentar schreiben

Schon wieder Muse – aber es passt gerade so schön: Bliss

Ich habe keine Ahnung, ob ich letztens die richtige Entscheidung getroffen habe.
Es hätte viele Gründe gegeben, zu bleiben (unter anderem hätte ich dann jetzt weniger Angst und könnte besser schlafen).
Doch es gab mindestens so viele Gründe, zu gehen.
Denn wenn ich jetzt nicht springe und auf Netz und doppelten Boden scheiße, werde ich nie das tun, was ich will – sondern immer nur die Erwartungen anderer erfüllen.

Warum ein Leben weiterführen, indem ich mich so passend fühle wie eine Linkshänderschere bei einem Rechtshänder? Soll ich noch länger damit zubringen, 8 Stunden am Tag, 40 Stunden die Woche ins Internet zu starren? Where´s the sense in that? Ehrlich, das ist doch kein Leben. Ehrlich, das ist nicht mein Leben.

Springen heißt auch, dass man ziemlich hart unten aufschlagen kann. Bitte, gerne, das Risiko geh ich ein, wird mal Zeit.
Und zur Not nehm ich halt irgendwelchen Studis die Aushilfsjobs weg…

das hört sich so sehr nach Abschied an, dabei such ich nur nen neuen Job… Drama Queen…

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völlig losgelöst

Januar 20, 2008 · Kommentar schreiben

sobald man sich einmal dazu entschieden hat, kein ziel zu haben, kein ziel zu brauchen, lebt sich´s irgendwie befreiter. völlig orientierungslos, zwar, aber das muss ja nichts negatives sein. umwege sind doch eh spannender, als immer gradeaus fahren.

ich habe auch durchaus versucht, umwege einzuschalgen. nur landete ich dabei aufgrund meines tollen, ach so zielgerichtet aussehenden lebenslauf immer wieder genau an dem platz, von dem ich eigentlich wegwollte. weg für ein paar wochen, um mal was anderes auszuprobieren.

und nein, ich habe immer noch keine ahnung, was ich im september mache. darum kümmer ich mich, wenn es soweit ist.

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Pläne sind überbewertet

Januar 18, 2008 · Kommentar schreiben

Wenn man in das Alter kommt, in dem man plötzlich die Beweggründe seiner Eltern nachvollziehen kann, wird alles Botox dieser Welt nicht mehr ausreichen, sich je wieder jung zu fühlen.

Ich habe meinem Vater früher oft innerlich Vorwürfe gemacht, da er sich anscheinend nicht entscheiden konnte, nicht festlegen konnte, mal dies tat, mal das. So kam mir es zumindest vor. Mittlerweile halte ich es für wahrscheinlicher, dass er sich einfach nicht entscheiden wollte. Nicht festnageln lassen wollte auf das, was man tun muss, wie man angeblich zu leben hat.

Vielleicht übertrage ich da aber auch zuviel von meiner Situation auf seine.
Sich treiben lassen, Dinge auf sich zukommen lassen – heute erscheint mir das wie eine sehr attraktive, sehr erstrebenswerte Lebensweise (wenn auch vielleicht nicht für Menschen mit kleinen Kindern geeignet). Ich möchte keinen Fahrplan für mein Leben erstellen, nicht jetzt mit 26, aber auch nicht mit 46, sollte ich dieses Alter erreichen. Noch viel weniger möchte ich einen Karriereplan erstellen.

Ich mag unfähig sein, mein Leben zu planen. Wichtiger aber ist: Ich WILL es gar nicht planen. Ich will noch gar nicht wissen, was ich in sechs oder sieben Monaten mache. Vielleicht gehe ich dann nochmal für ein paar Monate ins Ausland, fahre solange durch Irland und Schottland, bis mir das Geld ausgeht, vielleicht arbeite ich als Journalistin, vielleicht geh ich kellnern, um mich über Wasser zu halten. Mir ist das tatsächlich egal – hauptsache, ich hab Spaß.
Aber woher soll ich heute wissen, was mir morgen Spaß macht? (Und woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich höre, was ich sage?)

Ich möchte nicht mein Leben lang denselben Job machen, nicht heute schon den Rest meines Lebens verplanen, nein, ich will mich nicht festlegen.
Pläne sind überbewertet.

Ich lebe mein Leben nicht, um meinen Lebenslauf zu optimieren. Warum soll ich Dinge tun, die zwar im CV gut aussehen, mich aber langweilen, bei denen ich nichts Neues lerne? Das stiehlt mir Zeit. Und Zeit hab ich eh zuwenig.

(Es ist jetzt nicht so, dass ich das alles nicht SCHON MAL GESAGT HABE. Dammid!)

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make me real

November 29, 2007 · Kommentar schreiben

bla, bla, blablabla, bla,

BLA

doof irgendwie, sowas auf ein weblog zu schreiben, aber irgendwie nervt mich das internet grade. ja, es ist ein spaßiger zeitvertreib, ja, es ist nützlich, ja, erleichtert das leben, vielleicht sogar die politische kommunikation, vielleicht kann es da sogar revolutionierend oder doch zumindest reformend wirken, ja ja ja, und nein, ich will nicht darauf verzichten.

aber ich will wieder ins echte leben. über echte menschen schreiben, wenn es denn schon schreiben sein muss (das muss es wohl) über echte leben, echte geschichten, echte probleme. greifbares.

ich suche die ganze zeit nach der relevanz in dem ganzen datenwirrwarr, ich meine RELEVANZ, und ich finde sie einfach nicht. was für eine relevanz hat denn bitte irgendein verkacktes neues internetprojekt gegenüber dem irakkrieg, gegenüber dem nahost-konflikt? was für eine relevanz haben online-petitionen, wenn im echten leben menschen sterben?

ich würd ja zugerne glauben, dass gutgemeinte und vielleicht sogar gut gemachte projekte wie unsubscribe me, was auf jeden fall unterstützenswert ist, tatsächlich etwas bewegen, dass alle, die sich dort von menschenrechtsverletzungen distanzieren auch aufstehen und was tun. ich würd zugerne glauben, dass online-diskussionen politisches bewusstsein stärken und demokratisierend wirken, dass politische social networks gerade jungen menschen zeigen, dass politik kein langweiliger käse ist, den die anderen machen und man selbst nur ausbaden kann. manchmal glaube ich das alles sogar.

aber dann… demokratisierend? es gibt doch so viele möglichkeiten in einer demokratie, offline, wer kennt sie, wer nutzt sie? bewirkt ein mehr an möglichkeiten auch gleich ein mehr an teilhabe? abgesehen davon, dass die meisten aplikationen bekanntes nur ins web übertragen, nicht genuin neu sind, sondern bekanntes digitalisieren, orts- und zeitunabhängig zu verfügung stellen und so vereinfachen. aber nicht neu erfinden. und – alibiprojekte sind nur zu leicht gelauncht, hier leute, wir stellen euch hier doch was hin, ihr müsst es nur nutzen, wenn am ende alles verpufft, was solls, hättet ihr halt intelligentere forderungen stellen müssen. und für die nutzer beruhigt es das gewissen, ich hab ja was gemacht, ich hab da mal was unterschrieben, im world wide web, hab da mal ein kreuzchen gemacht, ein banner gesetzt, ich hab meinen teil getan.

das wollte ich alles gar nicht schreiben.
mir gings darum, dass das echte leben da draußen auf der straße stattfindet und ich langsam das gefühl habe, dass ich und die kleine enge welt um mich herum in sphären abgleitet, die mit der lebensrealität der meisten menschen rein gar nichts mehr zu tun haben. darum, dass mir in all der virtualität etwas zum anfassen fehlt und ich deswegen fast froh bin, wenn ich einen abfluss reparieren kann, weil da ursache und wirkung, problem und lösung so unglaublich nah beeinander liegen und ich dafür meinen körper einsetzte, these, my own two hands. und darum, dass ich endlich wieder dinge tun muss, deren auswirkungen ich spüre, die einen effekt haben, und wenn es nur ein winziger ist.

damit das hier nicht nur in sinnlosem gejammer versinkt, ein bisschen was positives: ich sehe, wie sich ganz reale menschen, people next door, netzerfahren wie auch vollkommen unbeleckt, enthusiastisch in virtuelle diskussionen stürzen, aus dem antrieb und mit dem echten gefühl, etwas bewegen zu können. ich sehe, es gibt menschen, die tatsächlich etwas verändern wollen – und glauben, dass sie es können. das zumindest ist mehr, als ich in fast drei jahren hochschulpolitik von einer großen mehrheit mitbekommen habe. es sind nicht alles schafe, wahrscheinlich sind die wenigsten schafe, wenn man sie auf möglichkeiten stößt.

und ich mach mich auf die suche nach dem echten leben und seinen möglichkeiten.

(disclaimer: vorratsdatenspeicherung, bundestrojaner und alle aktionen dagegen sind vom obigen posting ausgenommen. das ist eine vollkommen andere leidige diskussion, und die ganze misere wird ganz reale, spürbare auswirkungen für jeden einzelnen haben.


und das war jetzt auch erst mal das letzte jammerposting, jammern hilft nix, jetzt heißt es arsch hoch und mitgemacht.)

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Qual der Berufswahl

Oktober 4, 2007 · Kommentar schreiben

Den Tag der deutschen Einheit habe ich dazu genutzt, mich mit meinem Seminar zu versöhnen. Das Feedback sagte mir ungefähr das, was ich immer höre. Beruhigt mich einerseits, ein bisschen Ahnung scheint der Mann zu haben, der das da bewertet, denn dem Urteil der Leute, die mich sonst noch kritisieren, vertraue ich (was nicht bedeutet, dass ich alles annehme, keineswegs). Andererseits sollte ich vielleicht wirklich mal meinen Stil überdenken. Wozu ich aber ehrlich gesagt wenig Lust habe. Lieber möchte ich noch ein wenig über meine Profession motzen – meckern um des Meckern willens, ohne je was zu ändern, ist ja trés chic in diesem Land, passe ich mich also an.

Das Problem ist wohl, dass ich lediglich aus Mangel an Alternativen geworden bin, was ich bin (bzw. gerade noch werde).
Für Frisöse war ich zu überqualifiziert, sagten zumindest alle anderen.
Ein Jurastudium fand ich sehr spannend, bis ich dann herausfand, wie lange das Studium dauert. Und dass man in Deutschland keine flammenden Plädoyers vor Geschworenen hält, schon aus Mangel an Geschworenengerichten.
Tierärztin sein wollt ich nicht, das war zu Mädchen, außerdem hab ich Angst vor Spritzen.
In allen anderen praktischen medizinischen Berufen kommt man Menschen zu nahe, auch denen, die schlecht riechen oder komische Körperflüssigkeiten absondern. Außerdem dauert ein Medizinstudium auch viel zu lange. (und Spritzen gibt´s da auch)
Die einzige Alternative zum Schreiben wäre ein Bio- oder Biochemie-Studium gewesen. Naturwissenschaften habe ich mir aufgrund meiner mathematischen Unfähigkeit aber nicht zugetraut. Bei Biologie wären dann auch noch Photosynthese, Ökologie und ähnlich mäßig interessanter Kram dazugekommen, da fehlte mir die Lust.
Und Germanistik, Germanistik führt zu nichts.

Da sitze ich dann also seit zehn Jahren und schreib Artikel, mal mehr, mal weniger regelmäßig. Auch, wenn ich mal ernsthaft versuche, was anderes zu tun, lande ich an einem Schreibtisch und – schreibe.

Mein Vater hat sich mit etwa 30 noch einmal komplett umorientiert, um mit jetzt Mitte 40 noch mal in eine ganz andere Richtung zu gehen. Mir ist also klar, dass ich nicht mein Leben lang tun muss, was ich jetzt tue. Unter anderem deswegen habe ich ja nicht Journalismus studiert, um mich nicht zu früh festzufahren. Mir fehlt die Biologie ein wenig. Vielleicht setz ich wirklich noch mal was drauf, nach dem Volo, und wenn auch nur, um dann wissenschaftsjournalistische Artikel zu schreiben.

(Disclaimer: Nicht immer alles zu ernst nehmen. Trotz ewiger Lebenskrisen mag ich meinen derzeitigen Job. Ich such halt immer noch nach mir und nach dem, was ich mich zufriedenstellt. Vielleicht gibt es da ja auch nichts zu finden. Was weiß ich.)

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Birma, Burma, Myanmar

September 30, 2007 · Kommentar schreiben

…das Land jedenfalls, über das noch vor ein paar Tagen noch keiner geredet hat, weil niemand wusste, dass es existiert, und dessen Bezeichnung nun selbst gestandene Nachrichtenmoderatoren in die Krise stürzt, war heute morgen bereits aus dem Newsüberblick meines Aufwachradiosenders verschwunden. Nun ist mein Aufwachradiosender alles andere als ein Info-Radio, es sei denn, man möchte sich über den neuesten heißen Scheiß der Fast-Noch-Indie-Szene informieren – gewundert hat mich das aber schon, gestern waren die Proteste und das gewaltsame Vorgehen der Junta immerhin noch Aufmacher. Heute war es der Berlinmarathon.

Angesichts dessen ertappte ich mich bei der perversen Bitte, dass Thema Myanmar möge doch noch ein paar Tage aktuell und in den Schlagzeilen bleiben. Was hieße: Keine Entspannung der Situation, China hält still, die Militärjunta lenkt nicht ein, UN-Vermittlungen, sollte es denn welche geben, bleiben ohne Erfolg. Alles andere könnte sich negativ auf die Klickzahlen auswirken. Ich sag ja, hochgradig pervers. Journalismus macht zynisch, das ist kein Klischee. In einer perfekten Welt gäbe es einfach nichts zu berichten.

Andere Blogger planen derweil einen internationalen Solidaritätstag am 4. Oktober, und immerhin die Blogossphäre hat sich für einen Namen entschieden: Burma (den verwendeten die Engländer während ihrer Kolonialherrschaft, allerdings bezeichnen auch auf englisch schreibende und sendende Burmesen ihr Land so).

International bloggers are preparing an action to support the peaceful revolution in Burma. We want to set a sign for freedom and show our sympathy for these people who are fighting their cruel regime without weapons. These Bloggers are planning to refrain from posting to their blogs on October 4 and just put up one Banner then, underlined with the words „Free Burma!“. http://www2.free-burma.org/index.php

Plötzlich schein Myanmar schick zu werden.
Burma ist das neue Tibet.

(ich sag ja, mein tagwerk macht zynisch, don´t blame me, blame the job)

Kategorien: Das Hamsterrad