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Twilight-Interpretationen

Januar 27, 2009 · 1 Kommentar

Ganz interessant diese unterschiedlichen Interpretationen der weiblichen Hauptperson Bella aus „Twilight“: Einmal bei Anke Gröner, einmal bei Telepolis (der Vollständigkeit halber: die von der Telepolis-Autorin vertretene Meinung habe ich auch schon auf diversen anderen Blogs, bes. feministischen Blogs, gelesen).

Ich kann das nicht beurteilen, kenne weder Film noch Buch. Dafür einige 18jährige  Mädels (nicht: 13jährige), welche die Buchreihe lieben, aber kein sonderlich unemanzipatorisches Verhalten an den Tag legen – soweit ich das sagen kann.

Naja, ich fand´auch immer ein wenig übertrieben, „Buffy“ zur feministischen Ikone hochzustilisieren (die erwähnten 18jährigen gucken übrigens auch die Wiederholungen von Buffy). Nennt mich naiv, aber ich glaube immer noch, dass Familie, Freunde und sonstiges Umfeld mehr für die Emanzipation eines Menschen verantwortlich sind als ein Buch, ein Film oder eine Fernsehserie.

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ForHer – oder: Wieviel Klischee lässt sich ertragen?

Dezember 17, 2008 · Kommentar schreiben

FerHer – Lifestyle für SIE.

Ich bin mal wieder (fast) sprachlos.
Man sehe sich nur mal diese tollen, „frauenkompatiblen“ Rubriken an: Roter Teppich! Beauty! Fashion! Herzklopfen! Job (okay, das fällt etwas raus), Kitchenette! (was soll das eigentlich heißen?) Mama&Co! Fernweh! Sterne! Modelcontest!
Yippieyeah!

Das wirklich erstaunliche ist es aber, dass es noch genug Frauen zu geben scheint, die sich von solchen Seiten angesprochen fühlen (sehe auch diese positive Rezension).

Nun gut, männliche User sind von der Seite immerhin nicht ausgeschlossen und überraschend zahlreich vertreten (Flirtbörse? Sind jetzt viele Soziale Netzwerke. Aber hier fallen viele Mitfreißigerinnen mit Fotos auf, die man eher bei 15jährigen MySpace-Schicksen vermuten würde… Mädels, das ist doch öffentlich! Bettina, pack die Brüste ein!).
Als allgemeines Social Network für die eher seichten Themen (und mit Rubriken wie „ELTERN&Co.“) würde ich mir das ja auch noch eingehen lassen. Aber warum werden diese leichten, irrelevanten Topics immer noch als „typisch weiblich“ angesehen?

[kleines Update]: Nach etwas längerem Durchklicken durch die auch ohne Registrierung voll sichtbaren Profile wirkt FerHer doch eher wie ein reines Dating-Portal. Da kann man sich die Alibi-Rubriken eigentlich auch sparen und das Kind gleich beim Namen nennen.

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mal wieder eine quoten-debatte

Oktober 23, 2008 · 4 Kommentare

selten dämliche idee: chris koever, eine der „missy“-macherinnen, fordert eine frauenquote für musik-magazine (bei zoomer).
wie bei allen quotenforderungen hoffe ich auf ironie oder reine provokation.
wann fangen wir endlich an, menschen nach ihren fähigkeiten zu beurteilen und nicht aufgrund irgendwelcher biologischen zufäll zu bevorzugen? quoten bringen denselben mist wie männerwirtschaft, nur mit umgekehrten vorzeichen – auf den posten sitzen nicht die, die es verdienen, sondern die, die da laut quotenregelung sitzen sollen.
ich will keine sonderbehandlung aufgrund meines geschlechts. ich will keinen job, den ich nur bekomme, weil ich zufälligerweise eine frau bin. ich will ihn, wenn ich die beste dafür bin. ich will mir meine position erarbeiten. ich will respekt – den bekomme ich als „quotenfrau“ garantiert nicht.*
wenn ich dafür jungs von der schaukel schubsen muss – um mal in einem von der missy-redaktion immer und immer wieder angestrengten bild zu bleiben – tue ich das eben. ist mir lieber, als wenn die jungs mir platz machen, weil sie mich für ein kleines, schwaches, nicht durchsetzungsfähiges etwas halten (was ich schließlich nicht bin. abgesehen davon, dass ich diesen mädchen-gegen-jungs-quatsch eh für überholt halte).

das missy magazin habe ich übrigens leider noch nicht gelesen. ich hole das bestimmt noch nach, will mir schließlich ein eigenes bild machen und das inhaltsverzeichnis klang ganz vielversprechend – auch wenn ich nach wie vor nicht glaube, dass es diese ominöse „weibliche perspektive“ gibt, aus der missy die popkultur betrachten will. momentan sind mir 3,80 einfach ein wenig zuviel für ein magazin mit modestrecken (nicht zuviel für das heft, sondern für meine geldbörse).

*quotenfrau war jetzt auch lange genug meine rolle.

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Keine Berufsalternative

September 17, 2008 · 4 Kommentare

Gestern bekam ich über Twitter einen Hinweis, dass die herzallerliebste Emanzen-Postille Emma eine Online-Redakteurin sucht. Ich fand es sehr nett, dass jemand weitgehend Unbekanntes in einem so flüchtigem Netzwerk wie Twitter meine Berufssorgen ernst nimmt und mir Tipps gibt. Tatsächlich kam das sogar schon häufiger vor, daher auch an dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön.

Aber Emma? Gut, es ist ein Job, in der Not frisst der Teufel Fliegen – aber so verzweifelt bin ich noch nicht. (Mal ganz abgesehen davon, dass ich von Feminismustheorien soviel Ahnung habe wie ein Goldhamster vom Autofahren. Und ungefähr soviel Interesse dafür aufbringe.)

Im Ernst: Viel zu wenig nackte Frauen in dem Blatt. Diät-Tipps gibt´s da auch nicht und über Schuhe schreibt auch kaum einer.

In diesem Zusammenhang fiel mir allerdings wieder ein, wie verwunderlich wenig Erfolg doch unsere „Playboy statt Emma“-Aktion damals in der Uni hatte. (Eigentlich war es ja eher eine „Playboy und Emma“-Aktion – wenn die Frauenbewegten was zum Lesen kriegen, sollten die eher optisch orientierten Jungs und Mädels auch was bekommen. Wenn ich mich richtig erinnere, wurde schließlich keine der Zeitschriften abonniert.)

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Politik für Frauen

Juli 10, 2008 · Kommentar schreiben

http://politicsandthecity.com/ – Ex-MTV und Channel 4-Moderatorin June Sarpong will Frauen Politik dadurch schmackhaft machen, dass sie Hard News mit Soft News, politische Themen mit Gossip und dem neuesten heißen Scheiß aus der Modewelt verbindet.

Irgendwie kann ich mich nicht entschließen, was ich von dieser Seite halten soll.

Einerseits habe ich ja selbst im About dieser, meiner eigenen Seite geschrieben: „Sex sells, ist aber unseriös. Allein politisches Engagement mit Sex, mit Körpern in Verbindung zu bringen und so eben sexy zu machen, oder auf altdeutsch (-latein): attraktiv auch für die an Politik sonst nicht Interessierten – allein dem Versuch haftet der Verdacht des Unseriösen an. Was Spaß macht, kann ja keine ernste Absicht haben.“

Und ja, Ansätze, politisch uninteressierten Menschen politische Themen näherzubringen, indem man sie mit Spaß verknüpft, finde ich nach wie vor grundsätzlich begrüßenswert.

Andererseits repräsentiert politicsandthecity genau das Denken in Kategorien und Stereotypen, was mich in letzter Zeit so sehr nervt. Frauen interessieren sich nicht für Politik – sagt eine Frau – weil sie, nun ja, unsexy rübergebracht wird. Also hübscht man politische Themen mit Gossip und Mode-News auf. Weil für Schuhe und Celebreties interessieren sich ja Frauen sowieso, ist ja klar. Dazwischen kann man ihnen dann
Politik in homöopathischen Dosen verabreichen.

Dieses ätzende Stereotyp – alle Frauen lieben Mode, Gossip, soft news und fassen „ernste“ Themen nicht an – wird hier ja auch nicht von Männern verbreitet, sondern von Frauen gestützt. Das Feedback der Leserinnen fällt in deutlicher Mehrheit extrem positiv aus. Darauf hat also die britische Frau gewartet?

Wie gesagt, ich weiß einfach nicht, wie ich das finden soll.

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Was vom Tage übrig blieb, 06/06

Juni 6, 2008 · Kommentar schreiben

- Was mich wirklich nervt: Dass meine nach aufrecht-deutschen Nachbarn in letzter Zeit jeden Abend mehrmals „Fairytale gone bad“ auf vollster Lautstärke hören. Ich mag dieses Lied! (ja, Trash, egal.) Ich will nicht, dass es mir durch irgendwelche gehirnlosen Nazis vergrämt wird!
(Doch egal, meine „Er-oder-ich“-Strategie scheint bei der Hausverwaltung gezogen zu haben – ich zahle ja meine Miete, ich pöbele niemanden betrunken im Hausflur an, ich demoliere nicht den Hausflur. Und mit solchen Nachbarn finden die nie einen Nachmieter für diese Wohnung. Ich fühle mich zwar ein wenig wie der letzte Blogwart, aber alles andere als ‘petzen’ wäre auf die Dauer gesundheitsschädlich.)

- Habe heute die These vernommen, für Hillary sei es im Wahlkampf von Nachteil gewesen, sich als toughe Businessfrau zu prästentieren. Bin mir nicht 100% sicher, dass es genau so gemeint war, wie ich es jetzt schreibe, so habe ich es aber verstanden. Erschreckend. Vor allem, da ich glaube, dass da mehr als nur ein Körnchen Wahrheit dran ist. Statt der toughen Businessfrau wird also ein Mann Präsidentschaftskandidat, dessen zentrale Aussage „Yes we can“ ist. Wie ungemein politisch.

- Über Emma / Alice Schwarzer vs. Lisa Ortgies haben andere genug geschrieben. Daher nur soviel: Der Satz „Wir mussten dann jedoch zu unserer eigenen Enttäuschung feststellen, dass Lisa Ortgies zwar eine gute Autorin ist, sich jedoch nicht für die verantwortungsvolle und komplexe Tätigkeit einer Chefredakteurin eignet.“, nein, eigentlich die gesamte Pressemitteilung der „EMMAs“, ist perfide und zickig. Und ja, ich benutze das Attribut zickig, denn genau das ist es. Scheinbar ist man bei EMMA beleidigt aufgrund Ortgies Gang zur Presse nach dem Aus, den ich auch nicht ganz die feine Art fand, aber verständlich. Und aus der Schmollecke heraus tritt man hinterher und beleidigt andere. Professionalität ist was anderes. Erwachsenes Verhalten auch. Egal, was vorher war.

- Und nun something completely different: Jenny ist Deutschlands neues Topmodel, hat angeblich längere Beine als Nadja Auermann, jedenfalls sind sie ganze 20 cm länger als meine (ich habe gerade nachgemessen). Von der ganzen Show, vom Sieg einer 17jährigen, überhaupt vom ganzen Modell-Business kann man ja jetzt halten, was man will. Ich verstehe die Kritik, aber mal ehrlich: Modell ist auch nur ´n Job, solange Menschen Klamotten tragen, wird es Designer und Modells und immer viel zu kleine Kleidergrößen geben, solange Menschen Augen haben, wird es immer Schönheitsideale geben, denen der Durchschnittsmensch nie entsprechen kann, deswegen sind es ja Ideale, die überzeichnen das Gewünschte, aus schlank wird mager, aus 34/36 wird Size 0, aus schön wird more perfect than life. Das Absurde ist doch nur der Glaube, diesen Idealen entsprechen zu müssen.

Das waren dann auch mal wieder genug Meinungen für einen Tag.

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Neue deutsche Mädchen und Photoshop (UPDATE)

April 24, 2008 · Kommentar schreiben

Ich weiß nicht, vielleicht geht es ja nur mir so. Ich finde es allerdings schon auffällig, wenn das Foto zweier Autorinnen eines feministischen Buches so eindeutig gephotoshopped wurde, um die beiden auf Standard-Barbies zu trimmen. Natürlich will jeder auf Fotos, besonders auf offiziellen, attraktiv erscheinen (und dass ich mir auf meinen Fotos ähnlich sehe, kann ich auch nicht behaupten, wahrscheinlich habe ich damit schon häufiger einen Kulturschock ausgelöst). Warum aber diese Barbiefizierung (beim Kaffeeklatsch dann auch noch, ausgerechnet)?

Sind Frauen um die 30 eigentlich noch Mädchen?

Aber wie gesagt, vielleicht bin ich da gerade überempfindlich.

Wie dem auch sei, wem es um die Inhalte geht, der kann hier jetzt das Protokoll nachlesen.

(Und heut abend werd ich dann Germanys Next Topmodel gucken und jegliche auch nur ansatzweise feministische Kritik aus meinem Hirn verbannen. Soviel dazu.)

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Chat mit „Neuen deutschen Mädchen“

April 23, 2008 · 2 Kommentare

tagesschau.de und politik-digital.de chatten am Donnerstag, 24.04., von 13 bis 14 Uhr mit Jana Hensel und Elisabeth Raether zu ihrem Buch „Neue deutsche Mädchen“.

Hier kann man schon Fragen stellen.

Anlass ist übrigens der Girls Day, der am Donnerstag stattfindet. An diesem Tag sollen junge Mädchen einen Einblick in „typische Männerberufe“ bekommen und dafür begeistert werden.

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don´t mistake my cynicism for indifference

März 15, 2008 · Kommentar schreiben

Ich schrieb weiter unten mal, dass mich viele Feministen / Feministinnen aufregen würden. „Viele“ war wahrscheinlich zu hoch gegriffen.
Um es mal ganz platt auszudrücken: Ich will mir weder von Eva Herman sagen lassen, was ich zu tun und zu lassen habe, noch von Alice Schwarzer and Friends. Aber Alice Schwarzer and Friends haben wesentlich mehr dazu beigetragen, dass ich heute als Frau meine Entscheidungen selbst treffen kann.

Nur um das auch noch mal klarzustellen.

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Despite all my rage…

März 8, 2008 · 1 Kommentar

Heute ist Weltfrauentag. Da ich mich überhaupt nicht um irgendwelche Tage schere, habe ich das natürlich erst mitbekommen, als ich mich heute morgen ein bisschen durch meinen Feedreader klickte.
Hier mal einfach ein paar gesammelte, ungeordnete, wütende und daher komplett polemische Gedanken:

Mein Problem mit dem Feminismus bzw. mit vielen Frauen, die sich Feministinnen nennen: Ich will mir nicht vorschreiben lassen, wie ich zu leben oder zu denken habe. Es macht mich wütend, wenn Menschen es trotzdem versuchen. Und viele Feministinnen (und Feministen) probieren leider immer wieder, anderen klar zu machen, was denn gut und richtig und politisch ach so korrekt ist und was man als emanzipierter und aufgeklärter Mensch auf gar keinen Fall tun oder sagen oder denken sollte. Pornographie ist böse, Binnen-I ist gut.

Liebe Leute, Frauen, Männer, alles dazwischen: Ich hab da keinen Bock drauf.
Wenn ich Pornos sehen will, guck ich welche, wenn ich der reinen Faulheit wegen nur „männliche“ Formen benutzen will, dann mach ich das eben. Wer seid ihr denn, darüber zu urteilen, ob das richtig oder falsch ist?
Und wenn ich irgendwann in den nächsten Monaten im Kinosessel sitzen werde, um Angelina Jolie anzustarren, wie sie in „Wanted“ in knappen Klammotten durch die Gegend rennt und dabei unglaublich heiß aussieht, und ich sie dabei rein als Objekt der Begierde betrachte, wie ein paar teurer High Heels, oder wenn ich „Fightclub“ aus dem einzigen Grund sehe, um Brad Pitt auf seine unbeschreiblichen Bauchmuskeln zu reduzieren – dann ist es mir scheißegal, ob irgendjemand das politisch nicht korrekt findet. Und wenn ich mich dann in der nächsten Minute darüber aufrege, dass Mütter in diesem Land immer noch eine andere Behandlung erfahren als Väter, dass Männer immer noch mehr verdienen als Frauen, dass Menschen immer noch aufgrund zufälliger biologischer Gegenbenheiten beurteilt werden, dass man immer noch in den Kategorien männlich / weiblich denkt – da nehme ich mich ja nicht aus – dann bleibt dieser vermeindliche Widerspruch eben einfach mal so stehen.

Ich entscheide, wie ich lebe. In diesem Land habe ich auch relative Freiheit, das zu tun. Wenn ich das Gefühl habe, dass meine Freiheit an Grenzen stößt, werde ich versuchen, gegen diese Grenzen anzurennen. Wenn ich das Gefühl habe, dass die Freiheit anderer hier oder anderswo an Grenzen stößt, werde ich auch gegen diese Grenzen anrennen, soweit es in meinen Möglichkeiten liegt (und ich Zeit und Lust habe, ja, call me asshole). Das ist nicht feministisch, das ist selbstverständlich. Und egoistisch vielleicht auch. Mir egal.

Allen anderen ist das wahrscheinlich auch egal, musste aber mal (wieder) raus.

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