Friedbert Pflüger, das ist der CDU-Fraktionschef im Berliner Abgeordnetenhaus, der mal Wowereit werden wollte, oder doch zumindest Regierender Bürgermeister der „Arm-aber-sexy-Stadt“, der Friedbert also, der bloggt jetzt. Ganz wortwitzig oder vielleicht auch ganz unbesonnen hat er das Machwerk „Schwarzer Blog“ genannt. Das ist erstens grammatikalisch falsch, mal ganz egal, was der Duden da sagt, tausende Blogger sagen was anderes, im Zweifel hat da mal die Mehrheit recht, und zweitens kennt man als Schwarzen Block eher Leute, die hauptberuflich G8-Gipfel stürmen. Und als Hobby Polizisten verprügeln. Vielleicht auch umgekehrt. Ich hoffe, und wäre ich gläubig, würde ich beten, dass der Mann nicht wirklich T-Shirts mit der Aufschrift „Schwarzer Blog“ gedruckt hat.
Aber genug der Schmähungen, immerhin versucht es mal jemand. Kann ja nicht jeder als Super-Blogger zur Welt kommen und von jetzt auf gleich alle Regeln in Kleinbloggersdorf beherrschen. Und ob ehrlich oder nicht, glaubwürdig oder nicht, unterhaltsam ist es allemal, besonders die Kommentare sind es. Politik für die „Masse“ unterhaltsam zu machen, wäre immerhin auch mal ´ne Leistung (die EIN Blog jetzt so auch nicht bringen kann, aba ejal).
**because the language confuses like computers refuse to understand how I’m feeling today**
Die Technik war heute wahrlich nicht auf meiner Seite.
Verbringt man zu viel Zeit vor Bildschirmen erlahmt das Hirn. Von Augenschäden ganz zu schweigen.
Ich schreibe nach wie vor alle meine Artikel per Hand vor. Wenigstens in Stichpunkten und mit einer groben Gliederung.
Meine Aufmerksamkeitsspanne am Bildschirm beträgt keine 60 Sekunden. Texte, die länger als fünf Zeilen sind, kann ich nicht zu Ende lesen. Redigieren am Monitor funktioniert gar nicht. Fehler bemerke ich dort nur durch Zufall. Sobald ich einen Bildschirm einschalte, sinkt mein IQ um glatte 50 Punkte. Zumindest fühlt es sich so an.
Das Beste am Computer ist, dass man ihn auch ausschalten kann.
Vielleicht war Online-Journalismus eine Fehlentscheidung.
Aus der Rubrik „Jobs, die ich nicht ergreifen sollte“. Heute: Polizeibeamter. Allein mein Werteverständnis hindert mich daran:
„Für Sie sind Dinge wichtig, die nur teilweise in dieser Form von der Polizei NRW vertreten werden. Sie richten Ihr Handeln an Wertmaßstäben aus, die nur in mancher Hinsicht mit denen des Staates und der Gesellschaft übereinstimmen.“
Ergebnis des großen Selbsttests auf den Seiten der Polizei NRW. Sehr lustiger Test, übrigens.
Kulturgeschockt nach Umzug innerhalb der Großstadt: Wiegten mich zuvor die beruhigenden Geräusche fahrender Autos und nächtlicher Polizeisirenen in den Schlaf, weckten mich Lastverkehr und Leergutabholungen, kurz, wusste ich des Morgens, dass die Zivilisation meinen Schlaf überstanden hatte, höre ich nun nachts nichts anderes als das leise Brummen der Vattenfall-Generatoren und erwache zu zwitschernden Vögeln und der exponierten Ostlage meines Schlafzimmerfensters geschuldeten warmen Sonnenstrahlen. Kaum auszuhalten für das Stadtkind.
Ich plante es schon, seit ich in Berlin angekommen bin: Ein neues Blog. Etwas erwachsener, sofern bei mir möglich, und endlich wieder Themen, endlich wieder Inhalt. Die alten Beiträge werde ich mal nicht migrieren, der Link zum alten Blog steht ja.
Zu Beginn der Woche wurde konferiert, oder besser gesagt, unkonferiert: „Berlin in August“ – Schauplatz und Termin eines Treffens von eDemokraten. Zwei Tage lang umgeben von Menschen, die sich leidenschaftlich mit Online-Beteiligung beschäftigen, die Wege suchen, wie Bürger mit Politikern, Politiker mit Bürgern über Neue Medien in Kontakt treten können, wie jeder selbst aktiv werden kann, per Mausklick oder Tastaturbefehl. Verändert das Internet die Demokratie? Hier war man davon überzeugt. (Nur für die Statistik: Die Frauenquote betrug 2 zu habichnichtgezählt – was mir jetzt nur aufgefallen ist, weil einige Kerle mich drauf hinwiesen.)
Ich spielte Kamerakind. Die vollständige Dokumentation der Ereignisse umfasst zweieinhalb Stunden (zum Teil etwas verwackelten) Materials, inklusive nächtlicher Ausblicke über die beleuchtete Museumsinsel, und wartet gerade darauf, in leicht konsumierbare drei Minuten gebracht zu werden. Einige Interviews sind aber schon fertig. Das hier zum Beispiel, in dem Tom Steinberg von MySociety.org die Ziele der (Un)Konferenz erklärt. Einiges konnte wohl selbst ihn noch überraschen (den Rest gibt´s hier):
GET WELL SOON
Rest Now, Weary Head, You Will Get Well Soon
THE LAST SHADOW PUPPETS
The Age of the Understatement
MGMT
Oracular Spectacular
BLOC PARTY
Intimacy