Gekrabbel

Ich hab Millionen getötet, Milliarden vielleicht. Ganze Völker ausgerottet.
Wenn es irgendwo einen Blattlaus-Gott gibt, habe ich jetzt ein ganz mieses Karma.

Doch die Viecher verschwinden einfach nicht.
Es hat was von Politik: Sind die Schwarzen geschlagen, kommen die Grünen. Sind die Grünen vernichtet, kommen die Schwarzen wieder.
Das hauseigene Insektenvernichtungskommando erweist sich für die Bekämpfung von Blattläusen als denkbar ungeeignet. Zu klein sind die Krabbeltiere.
Schlaue Seiten sagen, wenn man Blattläuse vernichten will, muss man auch den Ameisen den Garaus machen. Das bringe ich nicht, Ameisen gehören zu meinen Lieblingstieren. Das Insektenvernichtungskommando scheint das ähnlich zu sehen und lässt die Ameisen am Leben. Frisst dafür die Marienkäfer, die mir vielleicht nützlich sein könnten.
Ich bin leicht sauer.

Amy und Streifi

Zwei etwas betagtere Katzendamen warten auf ein neues Zuhause.

Amy (oberes Bild) und Streifi sind etwa 12 Jahre alt – damit im besten Katzendamen-Alter.

Amy II

Streifi II

 

Leider war in ihrem alten Zuhause kein Platz mehr für sie. Sie warten nun schon seit ein paar Monaten auf neue, willige Dosenöffner und ein Zuhause mit Freigang oder Garten. Wer ein Herz für Charakterkatzen hat, findet hier Details:

http://moresexappealinpolitics.wordpress.com/tiere-suchen-ein-zuhause/

Es war Sommer…

In Erinnerung daran, dass in diesem Jahr tatsächlich einmal die Sonne schien…

Was wurde eigentlich aus – Fukushima?

Stell dir vor, es explodiert ein Atomkraftwerk und niemand sieht hin.
Oder: Wenn ein Super GAU passiert, und niemand berichtet darüber, passiert er dann überhaupt?

Fukushima ist noch immer voll mit atomar verseuchtem Wasser, dass Tepco nicht gereinigt bekommt, aber wirklichen Nachrichtenwert hat das nicht mehr. In den Massenmedien ist das Atomkraftwerk eine Randerscheinung geworden Stattdessen hat man Angst vor Gurken. Oder auch Sprossen. Von mir aus auch vor Salat.

Es gibt noch Berichte über Fukushima, das sei fairerweise gesagt.
Es verwundert aber doch, dass Bakterien, die verhältnismäßig wenige Todesfälle verursacht haben, gefühlt eine größere mediale Panik auslösen, als atomare Strahlung. Oder liegt das nur an meiner subjektiven Wahrnehmung?

Scheiß auf Umzug…

…Neunanfänge sind sowas von überbewertet.

Here is my home, here is my castle, ich bin gekommen, um zu bleiben.

Jeder Neustart ist zum Scheitern verurteilt, jedes neue Blog eine Totgeburt. Da kann ich genauso gut / genauso schlecht hier weiter schreiben. Auch, wenn ich den Namen mittlerweile bescheuert finde.

Da war ja noch was…

2010.

Ich war eigentlich gar nicht da.
Ich hab gearbeitet, die Katzen versorgt, mit Menschen geredet und so getan, als wär ich da, aber eigentlich war ich´s gar nicht. Deswegen kann ich die meisten der unten stehenden Fragen nicht beantworten – und wahrscheinlich deswegen war 2010 ein ganz gutes Jahr.

Zugenommen oder abgenommen?
Abgenommen. Weihnachten dann wieder zugenommen. Noch 3 Kilo müssen runter.

Haare länger oder kürzer?
Länger. Denke ich.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Immer noch blind, aber nicht blinder als 2009.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Mehr. War ja auch mehr da.

Der hirnrissigste Plan?
Diese schwarze Katze da, die kann ich doch nicht einfach im Tierheim sitzen lassen…
Nun, der Schwarzen und den Weißen und dem Tiger geht es gut, mir auch, daher war das vielleicht gar nicht so hirnrissig.

Die gefährlichste Unternehmung?
Bahnfahren in der Weihnachtszeit. Wie jedes Jahr schwöre ich: Nie wieder!

Der beste Sex?
Fragt mich 2011.

Die teuerste Anschaffung?
Dieser mein Laptop. Gute Anschaffung!

Das leckerste Essen?
Öhm…

Das beeindruckenste Buch?
Jonathan Safran Foer, „Tiere essen“. Was sonst? Meinungsbestätigungsliteratur.

Der ergreifendste Film?
Ich hab dieses Jahr erst „Earthlings“ gesehen. Mir daraufhin vorgenommen, wieder vegan zu leben. Ab 2011. Ganz bestimmt dann.

Die beste CD?
CDs?
Ich könnte selbst die Frage nach dem besten Album 2010 nicht beantworten.

Das schönste Konzert?
Keins gesehen.

Die meiste Zeit verbracht mit…?
Diesem meinem Rechner und dem Kater, wahrscheinlich.

Die schönste Zeit verbracht mit…?
Alten Freunden.

Vorherrschendes Gefühl 2010?
Joa, läuft.

2010 zum ersten Mal getan?
Nichts, eigentlich. Noch ein vorherrschendes Gefühl: Alles wiederholt sich.

2010 nach langer Zeit wieder getan?
Öhm…

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Januar, Februar und ARGE.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Zum Arzt zu gehen. Vergeblich.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Anwesenheit (obwohl, eigentlich war ich ja gar nicht da).

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Arbeit.

2010 war mit 1 Wort … ?
Gutkönntesoweitergehen.
(Warum EIN Wort?)

Pussy Deluxe

Es muss so frustrierend sein – da klickt man auf den vielversprechenden Titel More Sexappeal in Politics, und es gibt nur Fotos von Pussys…

Egal, ich hab im Moment zu wenig Lust und zu wenig Meinung. Da muss Katzen-Content ausreichen.

Juno

Schwarze Katzen sind wirklich extrem schwer zu fotografieren – da können sie auch noch so umwerfende Augen haben.

Fantasy Filmfest V / 2010: The Last Exorcism

Das war ja mal ein Schuss in den Ofen.
Ich hatte Montag ohnehin keinen Lauf: Schlechte Laune, müde, eigentlich keine Lust auf Kino und dann sammelt der Verleih des Films vor der Vorstellung auch noch die Handys ein… Immerhin hatte das FFF-Publikum ja die Ehre, den Film „vor der offiziellen Weltpremiere“ zu sehen, dieses wertvolle Gut muss Kinowelt natürlich schützen… *pffftt*

Der Film selbst war dann leider eine Enttäuschung. Er hätte eine Antithese zu Requiem sein können, inhaltlich ist er es auch, alles weitere versemmelt er aber. Doch von vorn:
Reverend Cotton Marcus ist eine kleine Berühmtheit im Süden der USA. Er ist ein grandioser Performer, seine Gemeinde hängt bei jedem Gottesdienst an seinen Lippen und auch als Exorzist ist Marcus sehr gefragt. Da gibt es nur ein, zwei kleine Probleme: Nach der schwierigen Geburt seines Sohnes zweifelt Marcus an seinem Glauben – und seine Exorzistenfähigkeiten sind nur gefaked. Mehr noch, Marcus ist zu dem Schluss gekommen, dass Exorzismus eine gefährliche Irreleitung ist. Um der Welt – oder zumindest der USA, was ja einige als gleichbedeutend ansehen – das zu beweisen, heuert er ein Kamerateam an, das ihn bei seinem letzten Exorcismus (wer hätte es gedacht) begleiten soll. Marcus will vor der Kamera all seine Tricks offenlegen. Doch dann, oh Wunder, oh Überraschung, gelingt die gefakete Dämonenaustreibung bei einer 16jährigen Farmerstochter nicht wie geplant. Ist das Mädchen etwa wirklich besessen? (DREIGROSSEFRAGEZEICHEN-UNHEIMLICHEMUSIK)

Um die Geschichte zu modernisieren, kommt The Last Exocism als Mockumentary daher – was durchaus narrativen Sinn macht, aber keine volle Wirkung entfaltet, da der pseudodokumentatorische Stil zu inkonsequent durchgezogen wird. Die erste Hälfte des Films ist dennoch gar nicht mal so schlecht: Sie zeigt einen abgeklärten Reverend, der zynisch-humorvoll an der Dekonstruktion seiner eigenen Profession arbeitet. Spätestens nach dem gespielten Exorzismus ist es dann aber vorbei mit guter Unterhaltung:  Klischee reiht sich an Klischee, schon-mal-besser-gesehen reiht sich an schon-mal-besser-gesehen. Natürlich verbiegt sich die Besessene merkwürdig, natürlich spricht sie mit verschiedenen Stimmen, natürlich kann sie Latein und natürlich kotzt sie. Und selbstverständlich gibt es dann zunächst eine weltliche „Auflösung“, die sich genauso selbstverständlich als fatal falsch erweist.

Eine altbekannte Story und eine Ansammlung von Klischees müssen nun nicht zwangsweise einen schlechten Film ergeben. The Last Exocism verpasst es aber gründlich, die altbekannte Story und die Klischees um irgendeine eigene Idee  anzureichern. Die zweite Hälfte ist so unspannend wie unironisch und uninspiriert. In den letzten zehn Minuten scheint dem Team zudem aufgefallen zu sein, dass ihnen die Zeit ausgeht und sie das Ende jetzt schnell herunternudeln müssen, damit noch alles in die 82 Minuten Gesamtlaufzeit passt. Hier verkommt der Film zu einer kruden Mischung aus Exorzist meets Blair Witch Project meets Rosemary´s Baby im Schnelldurchlauf. Und das wirkt leider reichlich albern.

Ich hätte also besser The Scouting Book for Boys gucken sollen.
Aber das wird nachgeholt.
Ebenso Black Death, The Killer Inside Me (auch, wenn der öde sein soll), The Disappearence of Alice Creed und evtl. Four Lions.

Katzencontent am Sonntag

Weils so schön ist – sonntägliches Rumgammeln der Lieblingskatze:

Donna the cat

Fantasy Filmfest 2010 / IV: Corridor

Solider schwedischer Psychothriller, der seinen Protagonisten in seine zunehmende Paranoia begleitet. Das Nette an Corridor ist, dass fast jeder den ein oder anderen Indentifikationspunkt finden wird; besonders, wenn man in hellhörigen Altbauten wohnt und etwas Ärger mit den entweder zu lauten oder zu geräuschempfindlichen Nachbarn hat, kommen einem einige Szenen doch seeeehhhr bekannt vor.

Darum gehts: Über dem Medizinstudenten Frank zieht eine neue Nachbarin ein. (die mich etwas irritierte; warum, fiel mir erst im Nachhinein auf: Im Gegensatz zu dem, was im Festival-Programm beschrieben steht, ist die Frau nicht blond. Aber so überhaupt gar nicht blond.) Lotte ist von der ersten Minute an reichlich aufdringlich, nervig und hat zudem noch Geschichten mit suspekten Männern am Laufen. Nachdem Frank und Lotte aus Versehen das Motorrad von Lottes cholerischem Liebhaber beschädigen, hört Frank aus der Wohnung über ihm verdächtige Geräusche – am Morgen danach ist außerdem Lotte verschwunden. Frank befürchtet das Schlimmste; sein Verdacht wird noch genährt, da sich Lottes Liebhaber auf seine Fersen heftet und versucht, in seine Wohnung einzudringen…

Handwerklich überzeugt Corridor, baut gekonnt Spannung auf und unterhält zudem durch einen grimmigen schwarzen Humor. Die Schauspieler liefern ebenfalls eine sehenswerte Leistung ab, wenn auch alle Charaktere ziemlich unsympathisch sind.

Den Twist am Ende fand ich persönlich nun nicht so wahnsinnig überraschend, doch er bringt noch mal etwas mehr Boshaftigkeit in den Streifen. Corridor lässt ziemlich viele Fragen offen, aber das kann man ja durchaus mal machen. Wie ich schon sagte: Solider Film.

Ich habe mich dann allerdings doch etwas geärgert, dass ich mich nicht für Black Death entschieden habe – der soll doch ziemlich gut gewesen sein. Und Ultra-Trash wie The Human Centipede wäre vielleicht der bessere Start in den Samstagabend gewesen… aber nun ja, man kann nicht alles haben.

Heute wollte ich eigentlich Chatroom sehen, habe aber spontan die Lust auf Filme über Internet und soziale Beziehungen verloren. Morgen wartet dann noch The Last Exorcism… und nächstes Jahr habe ich hoffentlich tatsächlich mal genug Geld und mehr Zeit, um alle Filme zu sehen, die mich interessieren.