Zweiter Gedanke: Schade! (nicht, dass Mike Krüger noch lebt, sondern:)
Es kam mir so vor, als wäre in der Vergangenheit wiederholt festgestellt worden, dass Deutschland eben nicht Amerika ist, dass deutsche Politiker nicht Obama sind, dass deutsche politische Kommunikation anders funktioniert als Amerikanische, weil deutsche Politiker und die deutsche (politische) Öffentlichkeit eben anders ticken als die Amerikanische. Vielleicht hab ich mich aber auch vertan und nur ich habe das so festgestellt. Denn anscheinend halten es Einige (durchaus sehr fähige, auf dem Gebiet der politischen Online-Kommunikation absolut bewanderte Menschen!) nicht für phantasielos und etwas langweilig, einen USA-Spot eins zu eins zu kopieren…
Dritter Gedanke: Wer zum Henker sind diese Leute?
Im USA-Spot werben Top-Stars dafür, zur Wahl zu gehen.
Im deutschen Spot treten Menschen auf, die man irgendwann schon mal irgendwo gesehen hat, wahrscheinlich, als sie bei Pro 7 oder RTL die „10 ekligsten Momente aus TV-Kochshows“ oder die „10 spektakulärsten Michael Jackson Momente“* kommentierten. Und Maik Krüger und Jan Hofer.
Wie gesagt, schade. War bestimmt nicht billig.
Immerhin: Etwas Aufmerksamkeit hat`s erzeugt. Und bekanntlich gibt es ja keine schlecht PR.
USA-Original:
*Letzteres ist kein Witz, sondern läuft demnächst auf RTL. Das sind die Augenblicke in denen ich mich frage, ob ich das Denken nicht ganz aufgeben und fortan glücklich und zufrieden leben sollte…
…ich bin zur Zeit nur ganz zufrieden mit meinem Leben, da fehlt mir die Motivation, hier rumzunörgeln.
(Im Hintergrund droht nur meine erste Einkommenssteuererklärung, aber ich kann Dinge ja sehr gut bis zur letzten Minute ausblenden. Wahrscheinlich sitz ich ab dem 29. Mai völlig panisch nonstop dran).
Ich war auch dieses Jahr nicht auf der re:publica. Zum einen musste ich ein bisschen arbeiten (kein wirkliches Hindernis), zum anderen sitzt mir gerade ein frisch kastriertes Kätzchen auf dem Schoß. Prioritätenverschiebung. Ich finde Kätzchen grad netter (wichtiger?) als Diskussion übers Internet. Sogar als Diskussion über Katzencontent.
Ganz interessant diese unterschiedlichen Interpretationen der weiblichen Hauptperson Bella aus „Twilight“: Einmal bei Anke Gröner, einmal bei Telepolis (der Vollständigkeit halber: die von der Telepolis-Autorin vertretene Meinung habe ich auch schon auf diversen anderen Blogs, bes. feministischen Blogs, gelesen).
Ich kann das nicht beurteilen, kenne weder Film noch Buch. Dafür einige 18jährige Mädels (nicht: 13jährige), welche die Buchreihe lieben, aber kein sonderlich unemanzipatorisches Verhalten an den Tag legen – soweit ich das sagen kann.
Naja, ich fand´auch immer ein wenig übertrieben, „Buffy“ zur feministischen Ikone hochzustilisieren (die erwähnten 18jährigen gucken übrigens auch die Wiederholungen von Buffy). Nennt mich naiv, aber ich glaube immer noch, dass Familie, Freunde und sonstiges Umfeld mehr für die Emanzipation eines Menschen verantwortlich sind als ein Buch, ein Film oder eine Fernsehserie.
…sind übrigens die Leute, die ihre intellektuelle Überlegenheit dadurch beweisen wollen, dass sie keinen Fernseher haben. Diese Menschen sind schlimmer als Arte-Zuschauer.
By the way, ich möchte mal wieder einen Fanclub gründen (den 105, ungefähr). Einen Fanclub für Guilia Siegel. Von den unwesentlichen Tatsachen einmal abgesehen, dass sie als Kind reicher Eltern geboren wurde und dass ich niemals in einem insektenübersäten Dschungel übernachten würde, erst recht nicht im Freien: Selten habe ich mich in einer Fernseh-Person mehr wiedererkannt. (Was dann wohl beweist, dass man nicht mit ´nem goldenen Löffel im Arsch geboren worden sein muss, um eine verzogene Zicke zu sein. Verzogene Zicken sind allerdings über alle Maßen toll!)
Tyler bleibt unbeeindruckt bis genervt.
Den Karton braucht Donna übrigens, um sich an ihr Futter anzuschleichen. Denn auch seit Wochen (Monaten?) totes Dosenfutter muss erstmal aus dem Hinterhalt Heraus erlegt werden.
Einmal braucht More Sexappeal in Politics auch Katzencontent.
Hier ist er also: Das ist Tyler.
Tyler
Tyler schläft
Tyler sieht aber nur aus wie eine Katze. In Wirklichkeit verbirgt sich darin ein verkappter Hund, der mir überall hinterherläuft, oder besser gesagt: vor die Füße läuft und der nur schläft, wenn ich ihm vorher ausgiebig die Öhrchen kraule. Das fordert er vehement ein. Ich habe die gesamte letzte Nacht mit Öhrchenkraulen verbracht und damit, dem Kater wenigstens ein kleines Stückchen von meiner Decke abzuringen (und bin dementsprechend müde. Die Katze hat gut geschlafen.) Von wegen schüchterne Katze!
Er scheint eine ganz gerhörige Portion Siam oder Orientale abbekommen zu haben. Zwar hat er Gott sei Dank nicht den Fledermauskopf geerbt, aber die großen schrägen Augen, die Anhänglichkeit und die Gesprächigkeit. Wenn er nicht gerade schläft oder sich die Öhrchen kraulen lässt, maunzt er.
Donna, Katze Nummer zwei, ist leider momentan noch zu scheu, um sich fotografieren zu lassen und sitzt die meiste Zeit unter dem Bett oder in der Couch. Ich wusste gar nicht, wie weit man als kleine Katze in diese Schlafcouch hineinkrauchen kann. Aber Donna schaffte es ja auch, sich in den ersten fünf Minuten in dieser Wohnung in den Spalt zwischen Waschmaschine und Wand zu zwängen. Die Öffnungen der Schlafcouch sind mittlerweile gestopft und hinter der Waschmaschine ist es selbst Donna zu unbequem. Donna jedenfalls muss man vorstellen als Mischung zwischen Eule und Waschbär mit dem Verhalten eines Kaninchens.
Ich hoffe, ihre Scheu legt sich bald. Dass Tyler bereits nach einem Tag glaubt, die Wohnung und alles, was sich darin befindet – einschließlich mir – wäre sein Privatbesitz und er noch keine Götter neben sich duldet – erst recht nicht den Computer – hilft grade nicht wirklich. Aber vielleicht gibt sich das. Schnurren kann Donna immerhin schon. Sie hört sich nur ein bisschen an wie ein kaputter Traktor.
Für den Fall, dass es irgendjemanden interessiert: Im Zuge eines Professionalisierungsversuchs – und als Übersprungshandlung – habe ich mal ein neues Blog aufgesetzt. An dieser Stelle soll es in Zukunft tatsächlich wieder mehr um Politik, digitales Leben, Gleichstellung und andere relevante Themen gehen, die mir etwas in den Hintergrund gerückt sind.
Den ganzen Popkulturkrams, alle Stöckchen, das allseits beliebte Befindlichkeitsblogging und wahrscheinlich sehr viel Katzencontent gibt es ab ganz bald hier: Offline fuer Einsteiger.
GET WELL SOON
Rest Now, Weary Head, You Will Get Well Soon
THE LAST SHADOW PUPPETS
The Age of the Understatement
MGMT
Oracular Spectacular
BLOC PARTY
Intimacy